Was ist eine Futterstelle? Eventuell möchten Sie eine werden? - Darum freuen wir uns, Ihnen hier unser Projekt vorstellen zu dürfen:
Katzen, die nicht sozialisierbar sind, bzw. sich auch nach längerer Zeit nicht an den Menschen gewöhnen, haben die Möglichkeit, an einer Futterstelle zu leben. Sie entscheiden dort selber, ob sie den Kontakt zum Menschen wollen oder nicht.
Futterstellenbetreuer/innen sorgen für das tägliche Futter sowie allfällige tierärztliche Betreuung unserer Schützlinge und stellen ihnen einen geschützten Nacht- und Schlafplatz zur Verfügung.
Selbstverständlich sind alle unsere Futterstellenkatzen getestet, geimpft, kastriert und gechipt.
Die Tiere sollen ohne Druck und Stress auf den Menschen zugehen dürfen. Sie sollen die Chance bekommen, ihre eigene Wahl zu treffen! |
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Bericht eines Futterstellenplatzes des Verein Katzenhilfe Bern:
Liebe zu geben, ohne diese selbst zu verlangen... Wer eine Futterstelle bietet, muss wissen, worauf er oder sie sich einlässt.
Seit vier Jahren bin ich Teil einer Futterstelle. Eigentlich war dies gar nicht geplant. Aber Sid, unsere erste Futterstellenkatze, hat uns diese Entscheidung abgenommen. Heute kann ich sagen, dass es wohl kaum etwas schöneres gibt als miterleben zu dürfen, wie aus einer menschenscheuen, absolut verwilderten Katze ein Schmusetiger und Menschenfreund werden kann. Tiere vergeben nicht das Einzige, was wir von ihnen lernen sollten.
Klar, nichts geschieht von heute auf morgen. Wir begannen damit, vor unserer Haustüre an einem gedeckten Platz Futter hinzustellen und haben uns dabei immer in einiger Distanz zu Sid hingesetzt. Zu Beginn immer mit dem Rücken zur Katze, so dass sich diese an uns gewöhnen konnte, ohne das Gefühl zu haben, dauernd unter Beobachtung zu stehen. Dies taten wir über mehrere Monate. Wir hatten nie verlangt, dass die Katze zu uns kommen soll. Wir sind nie auf sie zugegangen in der Absicht, sie zu streicheln. Wir haben einfach unsere Anwesenheit signalisiert und ihr gezeigt, dass sie bei uns jederzeit willkommen ist.
Nach ungefähr sechs Monaten war der räumliche Abstand zwischen uns und Sid dann auf wenige Schritte zusammengeschrumpft, er vertraute uns jeden Tag ein kleines bisschen mehr... und plötzlich eines schönen Tages nahm er all seinen Mut zusammen, näherte sich behutsamen Schrittes, berührte meine Beine und fing an, mich mit dem Kopf zu liebkosen. Dabei schnurrte er ganz leise vor sich hin. Der Bann war gebrochen.
Ich werde diesen Tag nie vergessen. Mir liefen vor Freude die Tränen über die Wangen. Die Geduld und die dem Tier gegenüber gezeigte Akzeptanz, hatte sich nach über einem halben Jahr endlich ausbezahlt. Sid wollte von nun an zu unserer Familie gehören und wird dies in unseren Herzen immer tun.
Auf Sid folgten weitere Katzen. Zwar sind noch nicht alle so verschmust wie er es war, aber auf seine Art zeigt uns jedes Büsi seine Dankbarkeit für täglich volle "Futtergschirrli" oder auch mal eine Entwurmungstablette, wenn es zwischendurch mal wieder nötig ist.

Sid: Unser erster Futterstellenkater. Er öffnete die Türen für dieses wunderbare Projekt. Sid ist leider letztes Jahr in hohem Alter verstorben. Wir durften bis zum Schluß bei ihm sein. Er fehlt uns sehr!
Eine Futterstelle bedeutet in erster Linie, Liebe zu geben ohne diese verlangen zu dürfen. Wer sich nun wünscht, auch mal eine Geschichte erleben zu dürfen wie ich mit Sid, soll doch einfach mal einen Versuch starten. Die Tiere verlangen nicht viel. Tägliches Futter, allenfalls einen Platz, wo sie Unterschlupf finden, medizinische Erstversorgung, falls mal was ist (Zecken, etwas Bepanten-Salbe auf offene Wunden nach Raufereien, aber auch mal der Gang zum Tierarzt, falls es was Ernstes ist). Und, das Wichtigste, einfach da zu sein, falls ein Büsi eines schönen Tages doch mal schmüselen und liebkost werden will. Katzen, welche an eine Futterstelle kommen, werden vom Verein Katzenhilfe Bern sorgsam ausgesucht und auch gezielt dort hingebracht! Haben wir sie "gluschtig" gemacht? Wenn Sie dann noch ein wenig abgelegen leben, die Gelegenheit für geschützte Schlafstellen sowie für die regelmässige Fütterung haben, dann würden wir uns freuen, wenn Sie uns kontaktieren. Gerne werden wir Sie besuchen. Wer interessiert ist, für unseren Verein Futterstelle zu werden, meldet sich bei Yanic Farron: Telefon: +41 (0)79 692 03 77
E-Mail: yanic.farron@katzenhilfe-bern.ch
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