Antonio und Jamoli - Glücklich vermittelt im Juni 2010

Antonio und Jamoli sind zwei aussergewöhnlich pflegeleichte Katzen, und dennoch wurden sie abgegeben, weil sie vermutlich unüberlegt angeschafft wurden.

Die beiden süssen Katzen wohnten in bei einer Familie in einer Wohnung. Als sie klein waren ging alles gut. Antonio wollte aber bald einmal raus und gab sich mit der Wohnungshaltung nicht mehr zufrieden.
Die Familie zog dann um und beschloss, die erst einjährigen Katzen nicht mitzunehmen.

So kamen Antonio und Jamoli zu uns ins Tierheim. Beide waren aufgestellt und fröhlich. Antonio beeindruckt durch seine Grösse und seinen schon jetzt breiten Katerkopf. Jamoli dagegen ist eher feingliedrig und auch vom Wesen her anders als Antonio. Sie liebt es zu schmusen und kann gar nicht genug davon kriegen.

Wir waren überzeugt, dass zwei so problemlose Katzen im Nu ein neues Zuhause finden würden. Leider mussten die beiden einige Zeit auf ihr neues Zuhause warten. Es gab zwar durchaus einige Interessenten, aber entweder wollten diese nur eine der beiden Katzen, oder sie wollten sie nur in der Wohnung halten. Beides kam für uns nicht in Frage.

Nach einigen Wochen des Wartens hat es nun geklappt.
Antonio und Jamoli konnten in ihr neues Zuhause umziehen. Sie wohnen nun in einem grossen Haus auf dem Lande.
Im August kommt ein weiteres Familienmitglied in Form eines kleinen Kätzchens hinzu. Dann kann die junge Rasselbande das Leben geniessen.

Vor allem freuen wir uns für Antonio, der endlich nach Draussen und die Welt erobern kann.

Neuigkeiten von Antonio und Jamoli (30.06.2010)

Die beiden Katzen haben sich sehr gut eingelebt. Sie sind unglaublich verfressen. Leider leidet Antonio immer noch an Durchfall. Eine erste Kotuntersuchung hat keine Parasiten bestätigt. Nun bekommt Antonio Spezialfutter und alle hoffen, dass sich der Durchfall dann einstellt.

Die beiden süssen Katzen heissen nun Gini und Muck. Sie hören auch schon recht gut auf diese Namen. Wenn ihre Menschen aus den Ferien zurückkommen, dann dürfen Gini und Muck die grosse weite Welt entdecken. Hoffen wir, dass es ihnen gefallen wird und sie viele schöne Abenteuer erleben.

21.07.2010

So sind wir also zurück aus unseren Ferien. Muck und Gini haben die neun Tage unserer Abwesenheit gut überstanden und das "Rundum-Verwöhn"-Programm unserer Bekannten und meiner Mama zu schätzen gewusst.

Den Durchfall von Muck haben wir mit dem Diätfutter sehr schnell und noch vor unserer Abreise unter Kontrolle gebracht. Momentan geben wir wieder 1/3 normal zu fressen, 2/3 ist immer noch Diätfutter... langsam reduzieren wir in der nächsten Zeit auf 50:50, etc. Der Tierarzt und wir vermuten stark, dass es tatsächlich die Umstellung und/oder die Sommerhitze oder alles miteinander gewesen ist.

Fleissig sind wir inzwischen am Erkunden unseres Gartens. Da ich mit beiden noch zu sehr beschäftigt bin (unbeaufsichtigt lasse ich sie noch nicht raus), fehlen noch Fotos davon. Sobald ich ihnen aber noch mehr Freiheit geben kann, maile ich nochmals welche. Gini hört inzwischen sehr gut auf ihren Namen - im Haus folgt sie mir überall hin, dazu schwatzt und plappert sie mit mir in ihrer Sprache. Draussen folgt sie mir auch auf Schritt und Tritt und ist extrem zufrieden, wenn sie unter dem Lorbeerbusch am Schatten liegen, lange dicke Gräser fressen und den Libellen auf dem Teich zugucken kann.

Muck ist nach wie vor der ungestümere von beiden, rein schon nur durch seine imposante Erscheinung. Er "folget" immer noch weniger gut als seine Schwester, macht aber auch grosse Fortschritte: Er liebt inzwischen seine Katzenhaarbürste und lässt sich sein Fell von allen Seiten kämmen, dreht und wendet sich dazu von einer Seite zur andern, schnurrt und geniesst das "Enthaarungsprogramm". Er weiss genau, wenn man ihn ruft. Mit dem "zu mir kommen ohne dann gleich Fressen zu kriegen", hapert aber noch etwas, draussen stellt er total auf taub. So gehe ich mit ihm momentan noch "an der kurzen Leine" draussen spazieren, da er das weniger starke Nervenkostüm hat als Gini. Und ich bin wegen den Autos und Traktoren doch lieber etwas vorsichtig, auch wenn es nicht viele sind. Der "Leinenzwang" ist ja nur vorübergehend. Die grosse weite Welt im Garten ist jedenfalls für den (ungeahnt soo) sensiblen Kater auch an der Leine so extrem spannend, dass er bereits drinn zu zittern beginnt vor lauter Aufregung (einmal musste er sogar vorher nochmals DRINGEND aufs Katzenklo!), wenn er weiss, dass es jetzt rausgeht. Er flehmt ab all den fremden Geräuschen, Gerüchen und Geschmäckern noch fast ununterbrochen und hat für nichts anderes mehr Augen oder Ohren als die bunte Kriech-und Flieg-Vielfalt, die ihn umgibt. Wenn ich mit ihm dann leise spreche und kraule, beginnt er inzwischen doch schon mal auch draussen zu schnurren...

Das wäre vor ein paar Tagen noch überhaupt nicht gegangen! Er liebt es, unsere Amseln anzupirschen und die Schmetterlinge im Garten drauflos zu jagen - alle Jagdversuche sind zwar wegen der ollen Leine und meiner Anwesenheit noch erfolglos, aber er wird bestimmt ein grosser Jäger. Er braucht aber noch etwas mehr Zeit als Gini, um all die neuen Sinneseindrücke zu verarbeiten und den Kopf draussen nicht mehr zu verlieren! Nach einem 30minütigen Rundgang draussen ist er noch so geschafft, dass er den Rest des Tages verpennt.

Daher haben wir uns in den letzten Tagen auch entschieden, uns jetzt nicht im August gleich noch mit dem jungen Büsi zu stressen, das ich im Aug hatte, sondern uns allen noch etwas mehr Zeit zu geben.
Ich möchte die beiden zuerst an den Freilauf und die anderen Verhaltensregeln bei uns im Haus richtig gewöhnt haben bevor ich noch eine dritte Katze anschaffe. Die Züchterin versteht das auch - so werde ich, wenn alles rund läuft, aus einem ihrer Würfe Ende Jahr oder im kommenden Frühjahr ein Kätzchen nehmen.

Soviel zum Stand der Dinge im Moment. Sie hören wieder von mir, wenn ich echte "Freilauf"-Föteli habe oder sich sonst etwas Neues ereignet... Wir geniessen jeden Tag, den wir mit den beiden verbringen dürfen und sind stolz auf die grossen Schritte in Richtung Freigang, die die beiden gehen!

23.08.2010

Wie Sie sehen können, ist unser Experiment Freilauf inzwischen geglückt. Wie es dazu kam:

Ich habe noch erzählt, dass unser Kater mit Todesverachtung an der Leine draussen im Garten spazieren gehen musste. An einem schönen Samstag morgen anfangs August entschieden wir, dass es an der Zeit war, den Leinenzwang aufzuheben. Gini liess ich damals auf unseren Spaziergängen bereits seit etwa einer Woche ohne Leine, nur noch im "Gstältli" neben mir herhüpfen. Ausserdem wollten wir nach den Wochen des Stubenarrestes der beiden das Haus endlich wieder einmal richtig lüften. Ich war allerdings immer noch sehr skeptisch wegen den Autos, da die beiden offensichtlich bisher noch nie schlechte Erfahrungen mit diesen Vehikeln gemacht hatten und nach wie vor auf alles Neue furchtlos zusteuerten. Wir starteten die Probe aufs Exempel, mein Partner setzte sich (zwar kopfschüttelnd aber er half mit) ans Steuer unseres Autos und fuhr etwas von unserem Haus weg.

Währenddessen hielt ich auf unserem Parkplatz eine Katze nach der anderen auf meinem Arm. Als unser Auto mit langsamer Geschwindigkeit, aber doch zügig wieder um die Ecke kam, laut hupte und bremste, nahmen unsere beiden Stubentiger "was-gib-was-hesch" die Beine unter die Füsse und rannten die Treppe hoch, zurück in unseren Garten.
Mein Bauch war nach dieser Aktion zwar zerkratzt, und man mag davon halten was man will, aber danach war ich einigermassen beruhigt, dass der Fluchtreflex der beiden, trotz der langen Zeit als quirrlige Wohnungskatzen, doch noch vorhanden war. So versahen wir die beiden mit Halsbändern, erklärten sie zu Freigängerkatzen und öffneten alle Türen und Fenster sperrangelweit.

Ich hätte gedacht, dass gerade Muck nach einigen Minuten erst einmal ins Unterholz abdüsen würde. Doch auch er liess sich von mir erstaunlicherweise von Anfang an mit dem Namen herbeirufen. Es freut mich jedes Mal, wenn er heute - laut in Katzensprache parlierend - mit riesen Sprüngen quer durch den ganzen Garten auf mich zugeeilt kommt. Kein Vergleich mehr zu dem (liebenswerten) Nervenbündel, das ich noch vor ein paar Wochen an der Leine hatte. Die beiden bleiben bis heute rund ums Haus und meiden seit unserem Auto-Experiment bisher die Treppe zu Parkplatz und Strasse.

Schmetterlinge, Falter, Gräser und Amseln sind auch ohne Leine nach wie vor hoch im Kurs, wie man auch an den Föteli erkennen kann. Gini ist nach wie vor die selbe geblieben. Sie ist die ruhigere und bescheidenere von beiden, extrem unkompliziert, sanftmütig und zufrieden mit dem, was ihr gerade geboten wird. In einem Punkt erstaunt sie mich trotzdem immer wieder. Kommt zwischendurch mal eine fremde Katze in unseren Garten, vertreibt sie diese auf eine Art und Weise, die ich noch selten bei Katzen gesehen habe. Denn auch wenn eine andere Katze viel grösser ist als sie selber, setzt sie sich sanft aber bestimmt, ohne Hilfe von Muck, ohne lautes Gefauche und Getöse gegen den Eindringling durch und lässt diesem durch ihre Cleverness keine andere Wahl, als aus dem Garten zu verschwinden. Sie ist ein richtiger kleiner Sonnenschein. Immer noch sucht sie die Nähe der Menschen und kann es nicht ausstehen, zwischendurch alleine zu Hause sein zu müssen. Sie liebt es, wenn ihr die Sonne auf dem warmen Asphalt den Bauch wärmt, sie von ihren luftigen Hochsitzen die Welt begucken oder sie abends auf ihrem Stuhl bei uns auf der Terrasse sein und die letzten Sonnenstrahlen geniessen kann. Wenn Muck auf Wanderschaft ist, freut sie sich, dass sie einmal ganz ungeteilt die Aufmerksamkeit von ihren Menschen haben kann.

Muck hat seine extreme Erregung draussen langsam im Griff, wenn "es" auch zwischendurch nach wie vor mit ihm durchgeht: Letzten Sonntag, eben sah ich ihn noch auf der Terrasse in der Sonne liegen, hörte ich plötzlich von draussen ein herzergreifendes Miauen. Ich wusste sofort, das war Muck und rannte in den Garten. Das Miauen kam von weit oben! Ich musste mir - trotz dem Schreck, den mir der Kater verabreichte - das Grinsen verkneifen: Sass der kleine Muck doch ca. 12m hoch auf einer unserer im Wind schaukelnden Lärchen und getraute sich nicht mehr herunter. Gini hüpfte ganz aufgeregt im Garten herum, wir redeten ihm gut zu und nach ein paar Minuten fasste sich unser Ungetüm ein Herz und unter einem riesen Katzen-Gejammer nahm er den Weg nach unten in Angriff. Immerhin brauchten wir nicht die Feuerwehr zu alarmieren und es ging alles glimpflich aus.

Gestern nun brachte er mir seine erste tote Maus nach Hause und ich denke, nun ist er in seiner Welt draussen wirklich angekommen. Die Zeit, die wir uns mit ihm genommen haben, zahlt sich nun aus. Ok, auf tote Mäuse auf dem Esszimmerteppich könnte ich gut verzichten, aber eigentlich bin ich ganz doll stolz auf ihn. Er kann kommen und gehen wie er will, tagsüber zumindest. Zwischendurch kommt er gucken, ob jemand von uns fürs Streicheln zu haben ist, hüpft auf den Schoss, holt sich ein paar ganz feste Streicheleinheiten und düst wieder nach draussen, egal ob die Sonne scheint oder ob es regnet. Er ist ein super Schmusekater ohne etwelche Marotten und liebt seine Schwester sehr.

Freilauf-Katzen zu halten ist immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Wir haben alles, was in unserer Macht stand getan, um sie an die Welt draussen zu gewöhnen. Wenn ich mir die beiden heute ansehe, war es - gerade auch von unseren Vorbesitzern - die richtige Entscheidung, ihnen dieses Leben zu ermöglichen. Von Ihnen, den Verantwortlichen aus dem Tierheim, war es genau so richtig, die beiden Geschwister nicht zu trennen... Auch wenn sie erst ein paar wenige Monate bei uns leben, haben wir sie ganz fest ins Herz geschlossen und hoffen, dass wir mit ihnen noch viele schöne unbeschwerte Jahre verbringen können!

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