Vier Monate lang war Flya bei Jeannette in Pflege, doch nun gehört sie offiziell zur "Familie" und darf bei Jeannette bleiben.
Lesen Sie in Flyas Tagebuch, wie sie sich in den vergangenen vier Monaten entwickelt hat.
Neuigkeiten von Flya (04.05.2008)
Als hätte Flya es wohlwollend zur Kenntnis genommen, hat sie grosse Fortschritte gemacht, seit wir beschlossen haben, dass sie endgültig bei uns bleiben kann.
Sie verbringt nun fast den ganzen Tag auf der Terrasse und beobachtet das Geschehen rund herum mit viel Interesse. Dass Flya schon hinaus möchte, glauben wir nicht. Sie wäre wohl noch überfordert. Ihre Angst vor fremden Menschen ist immer noch riesengross, und das müsste sich auf jeden Fall noch bessern, bevor wir sie in die grosse weite Welt entlassen.
Wir haben auf der grossen Terrasse aber nun viele Pflanzenkübel aufgestellt und Flya liebt es, sich dahinter zu verstecken und zu warten, ob nicht einer ihrer Katzenkollegen vorbeikommt, damit sie ihn attackieren kann. Oder sie sitzt stundenlang vor dem Meerschweingehege, wo sich im Moment fünf kleine Meerschweinchen vergnügen und wie wild herumrasen, und geniesst das Livekino.
Am Abend dann kommt sie am liebsten zu uns aufs Bett. Mittlerweile erschrickt sie auch nicht mehr, wenn die Menschen im Bett einen Fuss bewegen. Dann wird noch eine Weile gespielt, bevor sie sich dann zum Schlafen wieder verabschiedet.
13.11.2008
Schnell ist das letzte halbe Jahr vergangen, und Flya ist schon fast ein Jahr bei uns. Irgendwie weiss ich gar nicht mehr, wie es ohne sie war.
Den Sommer über lebte Flya zum grössten Teil auf der Terrasse. Ihr Lieblingsplatz war im Topf des kleinen Apfelbaums. Dort verbrachte sie viele Stunden. Ganz hinaus getraut sie sich nach wie vor nicht, obwohl sie die Gelegenheit dazu hätte. Manchmal schaut sie bei der Eingangstüre sehnsüchtig nach draussen. Den Schritt hinaus wagt sie aber nicht. Und wenn dann noch ein fremder Mensch erscheint, dann ist ihre Angst wieder viel grösser, und sie schaut sich das ganze Geschehen draussen mit viel Abstand von der Terrasse aus an.
Nach wie vor orientiert sich Flya ganz stark an ihren drei Katzenkollegen. Die werden jeweils mit fröhlichem Miauen begrüsst, wenn sie nach Hause kommen. Es war sehr lustig zu sehen (und auch zu hören), als Flya gemerkt hat, dass sie auch eine Stimme hat. Seit ca. 3 Monaten gebraucht sie die nun regelmässig. Am deutlichsten kann sie das Miauen einsetzen, wenn ihr Kollege Filou ihr eine Maus nach Hause bringt. Dann überschlägt sich ihre Stimme fast vor Freude!
Aus Flya ist eine stattliche Katze geworden. Ihr körperliches Defizit hat sie aufgeholt, und sie frisst gerne und viel. Auch will sie nun mit den anderen Katzen fressen und braucht kein spezielles Futter mehr.
Nur das mit den Menschenhänden findet sie nach wie vor sehr bedrohlich. Sie lässt sich nicht anfassen, obwohl die unsere Nähe sehr bewusst sucht. Wenn ich sie mal berühre, dann erschrickt sie zwar nicht besonders, aber ihr vorwurfsvoller Blick sagt alles.
Im Grunde genommen glaube ich aber, dass Flya eine mutige Katze ist. So hat sie sich an das allwöchentliche Ritual mit dem Staubsauger gewöhnt. Sie findet ihn zwar nach wie vor nicht toll, aber sie rennt auch nicht mehr panisch in den Keller.
Wenn wir Besuch haben, und Flya sich nicht bedroht fühlt, dann kommt sie sogar nach oben und spaziert durchs Esszimmer. Das finde ich jedes Mal sehr erstaunlich.
Flya liebt es zu spielen, und da gibt es für sie keine Grenzen. Alleine oder mit ihren Kollegen durchs Haus jagen, oder auch mit uns wilde Spiele veranstalten, das findet Flya ganz toll. Und da merkt man auch nicht, dass sie vor irgend etwas Angst hat.
Flya hat uns viel Freude gebracht. Ich hätte aber nie gedacht, wie viel Geduld eine so traumatisierte Katze braucht, bis sie nur annährend Vertrauen in Menschen fassen kann. Ich glaube auch, dass Flya zu fremden Menschen nie normalen Kontakt haben wird; was für uns absolut in Ordnung ist. Wir nehmen sie wie sie ist, und freuen uns an den kleinen Fortschritten. Eines Tages, wird sie den Körperkontakt zu uns suchen. Und wer weiss, vielleicht will sie das sichere Haus ja doch mal verlassen und die grosse Welt entdecken.
31.01.2009
Flya hält ihre Katzenkollegen gehörig auf Trab. Mit ihr ist immer etwas los.
Das Vertrauen in uns ist weiter gewachsen. Im Dezember konnten wir schon das einjährige Beisammensein feiern. Von feiern hält Flya nicht viel. Alles was ihren gewohnten Tagesablauf durcheinander, bringt findet sie doof.
Sie ist aber schon viel flexibler geworden. So zeigt sie sich nun manchmal auch, wenn Besuch da ist. Da ist sie aber schon sehr selektiv. Ist ihr jemand nicht geheuer, dann wartet sie lieber ab, bis sie wieder verschwunden sind.
Auch kann sie mit anderen Umstellungen nur schwer umgehen. So haben wir zwei neue Kratzbäume angeschafft. Dies ja vor allem für sie. Aber die mussten zuerst ein paar Tage misstrauisch beäugt werden, bevor sie sich in die Nähe gewagt hat. Sie könnten ja beissen.
Früher hat Flya immer das Weite gesucht, wenn wir ihr zu Nahe kamen. Heute sucht sie von alleine die Nähe und verfolgt uns manchmal auch von Zimmer zu Zimmer. Natürlich immer in gebührendem Abstand. Mit Anfassen ist immer noch nichts. Sie schnuppert zwar an den Händen (und vor allem an den Füssen; die liebt sie) aber dazu macht sie dann einen ganz dicken Schwanz...
Flya könnte nun auch selber hinaus. Wir haben die Katzentüre nun auch gegen aussen geöffnet. Sie macht von diesem Angebot aber keinen Gebrauch. Sie wartet immer sehnsüchtig auf ihre beiden Kollegen, wenn sie draussen sind und begrüsst sie dann vor der Katzentüre. Ihre Kollegin Clavi geht auch nicht raus. So sind die beiden Damen eben zwei Wohnungskatzen und sind scheinbar ganz wohl so. Die beiden spielen viel zusammen so bekommen sie auch genug Bewegung, wenn sie durchs Haus und über die Terrasse rasen.
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