Fufi - Glücklich vermittelt im Juli 2009

Manchmal braucht das Glück etwas länger…

Wenn Sie unsere Homepage regelmässig besuchen und die Katzengeschichten mit Freude lesen, dann kennen Sie sicherlich bereits unseren kleinen Sonnenschein Fufi. Vielleicht haben Sie sich auch das eine oder andere mal gefragt, wo das Foto von Fufi hingekommen ist, und was wohl mit Fufi passiert ist? Schliesslich war sie immer wieder aus der Rubrik „Glücklich Vermittelt“ und damit von unserer Homepage verschwunden.

Hier möchten wir Ihnen nun die Geschichte von Fufi von Neuem erzählen und darüber berichten, dass unsere tapfere Maus einen langen Weg gehen musste, um endlich ihr Glück zu finden. Aber mit Hilfe von vielen lieben Menschen, mit viel Engagement und Einsatz, haben wir es geschafft, Fufi das zu geben, was sie braucht, und wir freuen uns, dies mit Ihnen teilen zu dürfen.

Meistens beginnen wir unsere Geschichte damit, WER die Katze ist und wie es dazu kam, dass sie zu uns ins Tierheim oder an eine Pflegestelle kam. Da aber die meisten von Ihnen Fufi schon gut kennen, möchten wir heute mit dem Happy End beginnen und Ihnen zeigen, wie Fufi heute lebt und wie gut es ihr geht.

Unsere Katzenvermittlungsdame Jeannette und ich haben Fufi vor nicht ganz zwei Wochen zu Hause besucht und waren sehr gerührt, Fufi so glücklich und lebensfroh zu sehen! Fufi lebt heute in der Nähe von Avenches in einem wunderschönen alten Herrschaftshaus mit grossem romantischen Garten, vielen Tierfreunden und natürlich ihren Menschenfreunden Sandra und ihrem Freund.

Oben siehst Du mein Haus und mein Hundefreund! Er ist schon etwas älter, aber er mag mich sehr. Als ich im Haus neu angekommen war, hat er mich vor lauter Freude so lange abgeleckt, bis ich pudelnass war. Mich hat dies nicht weiter gestört – im Gegenteil, ich mag ihn sehr, meinen Hundefreund. Er ist lieb und freundlich, und mag uns Katzen sehr!

Unten siehst Du eines unserer Pferde. Wir haben vier Stück davon und einige können sogar richtige Kunststücke. Neben dem Haus haben wir einen Stall und viel Weide, und jeden Tag gehe ich mit Sandra in den Stall und helfe ihr beim Misten und Füttern. Na ja, oder ich beobachte die Vögeli die gerade oben im Gebälk nisten und hoffe insgeheim, dass eines „runter fällt“. Sandra findet das nicht so toll, aber Katze bleibt eben Katze. Ich habe absolut keine Angst vor meinen grossen Pferdefreunden. Ich springe ohne Probleme unter den Beinen hindurch. Ich glaube, dass Sandra jedes mal einen kleinen Herzstillstand hat und dann muss ich manchmal auch einfach einen Moment draussen warten. Sie will nämlich nicht, dass mir etwas passiert. Der Stall ist super toll! Da kann man viel „Seich“ machen und rumrennen. Ich mag es, draussen zu sein. Ich bin dann wie ein Wirbelwind!

Dann seht Ihr hier noch einen meiner Katzenfreunde. Davon habe ich drei Stück. Alles Jungs – was mir natürlich sehr gefällt. Ich bin die kleine Prinzessin. Dieser Katzenfreund ist schon etwas älter und der „Gemütliche“. Er ist auch ganz zutraulich und lieb. Die anderen zwei verstecken sich vor Fremden. Sie sind eher scheu. Auch sie haben alle eine lange Geschichte hinter sich und sind nun glücklich bei Sandra zu sein. Wir vier haben uns gefunden und fressen alle ganz lieb und brav zusammen!

Dann sind da natürlich noch Sandra und ihr Freund! Die beiden sind natürlich absolut tolle Menschen mit einem grossen Herzen. Sie haben mich fest lieb und ich liebe es, Abends bei den beiden auf dem Sofa zu liegen und beschmust zu werden! Ich habe sie längst um den Finger gewickelt.

Manchmal kommt am Wochenende noch der Sohn vorbei und der spielt dann ganz viel mit mir. Manchmal bastelt er auch Spielzeug für mich und dann geht es so richtig rund! Am liebsten mag ich es, wenn jede Menge läuft und viele Menschen da sind. Ich bin überhaupt nicht scheu oder zurückhaltend. Im Gegenteil, ich bin eine kleine Wildsau und je mehr das abgeht, desto glücklicher bin ich! Sandra und ihr Freund nehmen mich wie ich bin. Ich fühle mich super wohl und diese Welt gehört ganz alleine MIR.

Hier noch ein Bild von mir – hier bin ich gerade draussen und geniesse unseren wunderschönen Garten…

Für alle jene, welche Fufi bisher noch nicht gekannt haben:

Wir durften Fufi von Klein auf begleiten. Sie war die Tochter unserer Katzenmutter Luna (siehe Pflegeplätze – Bericht Luna) und kam mit ca. 3 Wochen zu uns. Luna war knapp geschlechtsreif geworden, als sie noch sehr jung trächtig wurde. Luna ist eine kleine und zierliche Katze und man kann sich vorstellen, wenn so eine Katze mit knapp sieben Monaten bereits trächtig ist, dass dies für einen Körper eine grosse Herausforderung bedeutet. Luna gehörte bis zu diesem Zeitpunkt einer Dame, welche uns die Katzen dann abgab, weil sie psychisch grosse Probleme hatte und mit den sechs Katzen schlussendlich überfordert war. Luna, ihr Bruder Arlindo (Vater von Fufi) und die vier Kleinen kamen also zum Pflegeplatz von Alessandra. Wir waren sehr froh darüber, denn bei Alessandra durften alle eine grossartige Zeit erleben und Luna bekam die Unterstützung, welche eine solch junge Mutter brauchte.

Drei der Jungen waren gesund und munter. Fufi hingegen, war von Anfang an sehr klein, zierlich und hatte kaum einen Schwanz und schien oftmals „lustig“ zu gehen. Mit drei Wochen waren Untersuchungen noch nicht möglich und so liessen wir sie erst mal grösser werden. Fufi zeichnete sich von Anfang an als freche, neugierige und überaus lebensfrohe Katze aus. Nichts war zu gross, kein Weg zu lang, kein Baum zu hoch – sie schien es allen zeigen sie wollen! Mit ca. 6-7 Wochen fingen wir an, erste Untersuchungen zu machen, da wir bemerkten, dass sie zwar das Kistchen benutze, jedoch trotzdem zeitweise „tropfte“. Die Untersuchung ergab, dass die Wirbelsäule eine Deformation hatte, welche auch den Schwanz beeinträchtigte. Die Ärzte meinten, dass es im Mutterleib von Luna für vier Jungen einfach zu eng war und deshalb eines der Kleinen „behindert“ oder etwas beeinträchtig wurde. Mehr war zu diesem Zeitpunkt nicht zu machen. Wir mussten weiter abwarten. Fufi schien jedoch keine Schmerzen zu haben und so liessen wir ihr eine ganz normale Jugend.

Irgendwann wurden Luna und die drei anderen Jungen vermittelt und Fufi blieb zurück. Solange nicht klar war, was mit ihr los ist, wollten wir sie bei uns behalten. Und so kam also Fufi zu mir. Da bei Alessandra nun keine kleinen Spielgefährten mehr waren, ich aber das Haus gerade voll davon hatte, wechselte Fufi zu mir. Sie war mit Abstand die lebendigste, wenn auch die kleinste. Das „Tröpfeln“ blieb und auch das Auge schien sich nicht normal zu entwickeln. Man versicherte uns aber, dass sie normal sehen würde und, dass diese Verletzung (welche wahrscheinlich im Mutterleib passiert war) irgendeinmal verschwinden würde.

Fufi kannte nichts. Auch mit meinen erwachsenen und meistens kaum gut gelaunten Katzen (wenn es um Fremde geht) legte sie sich toll an und liess sich auch durch Fauchen und Knurren kaum beeindrucken. Sie ging ihren Weg – unbeeindruckt!

Da nun aber auch bei mir die Jungen langsam an ihre Lebensplätze wechselten, kam Fufi ins Tierheim – für Sie ein neues Abenteuer! Denn dort gab es wieder neue Freunde und Spielmöglichkeiten. Sie nahm jede Umstellung positiv und – soweit zu beurteilen – gelassen. Im Gegenteil, sie schien es als Chance zu sehen, mehr zu erleben und Neues kennenzulernen. Dies machte es uns etwas einfacher, denn auch an uns ging dies Alles nicht spurlos vorbei. Wir versuchen die Tiere so wenig wie möglich umzuplatzieren und aus einem gewohnten Umfeld zu reissen, aber Fufi nahm dies alles mehr oder weniger problemlos. Neuen Menschen gegenüber war sie aufgeschlossen und zutraulich und auch mit fremden Katzen verstand sie sich auf Anhieb.

Wir entschieden uns dann, Fufi zu vermitteln. Es war in der Zwischenzeit klar, dass irgendeinmal (wenn sie grösser und stärker werden würde – sie wog mit 6 Monaten immer noch 1,7 kg) die Wirbelsäule operiert werden musste. Sie würde bis dahin „tröpfeln“, aber einer Vermittlung würde dann nichts mehr im Wege stehen. Wir gingen davon aus, dass gewisse Nervenbahnen mit „Fehlleitungen“ für das „Tröpfeln“ verantwortlich waren und hofften nach der Operation auf eine starke Besserung.

Fufi musste nicht lange warten. Sie fand schon bald ein schönes Zuhause mit Katzenfreunden und lieben Menschen. Kurz darauf nahm das Schicksal eine Wendung. Fufi musste sich einer Notfalloperation unterziehen lassen, da sie keinen Urin mehr absetzen konnte. Es ging um Leben und Tod. Wir hatten keine Wahl und mussten Fufi trotz hohem Risiko operieren lassen.
Fufi hatte eine lange und schwierige Operation. Man musste ihr den hinteren Teil der Wirbelsäule richten, eingeklemmte Nervenbahnen wurden wieder frei gelegt, die Schwanzwirbel entfernt und sogar das Knochenmark, welches frei zu „schweben“ schien, wurde wieder fixiert. Die Ärzte meinten, dass sie so etwas noch nie gesehen hätten.

Fufi überlebte – UND WIE! Man hatte ihr extra nach der Operation keine Schmerzmittel gegeben, weil man darauf vertraute, dass wenn Fufi Schmerzen haben würde, sie sich instinktiv ruhig verhalten würde. Was für die Heilung absolut wichtig war.

Aber: falsch gedacht. Kaum erwacht, wollte sie spielen. Wir konnten es kaum glauben. Sie musste doch Schmerzen haben! Nein, man hätte nicht geglaubt, dass sie überhaupt operiert worden war. Wäre da nicht die Narbe gewesen, und der Verband, und das fehlende Haar…

Für Fufi war dies eine schwierige Zeit. Sie verstand nicht, warum sie so viel Zeit in einer kleinen Box, zeitweise sogar in einem Meerschweinchenkäfig, verbringen musste. Das muss furchtbar langweilig für sie gewesen sein. Wir jedoch wussten, dass jede Fehlbewegung den Tod bedeuten würde.

Leider konnte Fufi an ihrem Platz nun nicht mehr bleiben. Es kam nach der Operation nämlich heraus, dass Fufi trotzdem das „Tröpfeln“ beibehalten würde. Die Nerven der Blase waren so lange beeinträchtig gewesen, dass eine 100% Regeneration kaum mehr möglich war. Für die Besitzer war der Umstand nun sehr schwierig. Sie wollten anhand der neusten Erkenntnisse Fufi wieder ins Tierheim abgegeben, und so kam die Kleine wieder zu uns. Leider musste sie dort zunächst einige Wochen in der Quarantänestation verbringen, was uns allen im Herzen weh tat. Sie wollte doch die Welt entdecken und wir durften sie dies nicht lassen.

Kurz darauf fand Fufi einen neuen Platz bei Bettina. Diese hatte bei uns vor einiger Zeit „Stärnli“ übernommen (siehe Glücklich vermittelt) und da Stärnli leider an Krebs verstorben war, hatte Bettina nun auch noch Gjoia und Fufi übernommen. Wir hofften von Herzen, dass dies nun das endgültige Zuhause von Fufi sein würde. Bettina war eine tolle Dame und liebte die Beiden über alles. Fufi teilte nun ihr Leben mit einem Hund und Gjoia, und soweit war also alles wieder gut!

Aber das Schicksal wollte nicht Ruhe geben und so kam es, dass Bettina sich von ihrem Lebenspartner trennen musste und der Umstände halber die beiden Katzen – sehr schweren Herzens – wieder abgeben musste. Nicht nur Bettina – auch uns brach es fast das Herz! Und so kam Fufi wieder ins Tierheim. Fufi war nun knapp 1½ Jahre alt und hatte schon so viel erlebt. Wir versuchten es nun mit Akupunktur, um die Blase zu reaktivieren und ihr Immunsystem zu stärken, und waren mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Zeitweise erlebten wir, dass Fufi kaum oder gar nicht mehr „tröpfelte“ und, dass auch das Auge anfing Fortschritte zu machen.

Leider war Fufi im Tierheim sehr unglücklich. Die Katzenkonstellation im Tierheim war geprägt von sehr dominanten Katzen und so kam Fufi immer zu kurz. Sie bekam oft von anderen Katzen zu spüren, dass sie mit ihrer lebensfrohen Art nicht erwünscht war. Sie verzog sich mehr und mehr und zeigte bald nichts mehr von ihrer lieben und frohen Art. Stattdessen sass sie in der Ecke und schaute uns nur an. Ich kann nicht beschreiben, wie es uns ging. Wir wussten einfach, wir müssten Geduld haben, das Schicksal würde uns trotz allem helfen. Aber die ganze Zeit fühlten wir mit Fufi mit. Es war einfach schrecklich! Wir hatten das Gefühl machtlos zu sein.

Die Tage vergingen… bis Sandra anrief.

Sie war eine liebe Freundin von Alessandra und auf der Suche nach einer Katze! Da sie bereits Erfahrung mit Katzen hatte und ihr auch die Vorgeschichte von Fufi keine Angst machte, freuten wir uns sie kennen zu lernen. Sandra kam und es passte auf Anhieb!

Ich kann mich gut erinnern, als ich Sandra das erste Mal sah. Man sagt doch immer, dass der erste Augenblick entscheidet und genau so war es. Sie war sehr symphatisch und überzeugte mit ihrer Liebe für Tiere. Ich hatte mich dann lange mit Sandra unterhalten und es war klar, dass nun endlich alles passen würde!

Fufi durfte noch am selben Abend das Tierheim verlassen und bei Sandra einziehen. Nur zwei Tage später erhielt ich ein MMS mit alle Katzen zusammen zusammen beim Essen und mit Fufi, die mit dem Freund von Sandra schmuste. Wir hatten zudem viel telefonischen Kontakt und konnten kaum glauben, wie lebensfroh Fufi wieder geworden war. Sandra war begeistert – und wir auch. So kam es also, dass wir eines Sonntags bei Sandra und Co. eingeladen waren und alles mit eigenen Augen sehen durften.

Fufi hat ein richtiges Paradies gefunden. Welche Katze würde sich nicht auch so ein Leben wünschen? Wir denken – oder besser gesagt – wir hoffen, dass die lange Suche von Fufi nun vorbei ist und wünschen der grossartigen Patch-Work Familie eine super Zeit!

Bei dieser Gelegenheit möchten wir allen Danken, die während dieser Zeit so Vieles für Fufi getan haben:

Alessandra danken wir für ihre super Pflegestelle und die Vermittlung an Sandra; dem Tierheim für die stets liebevolle Betreuung; Murphy für die grossartige Unterstützung während der Operation; dem Tierarztteam aus Messen, das eine absolut professionelle Arbeit gemacht hat; Bettina für ihre Liebe und die Chance, die sie Fufi gegeben hat und schlussendlich zum Wohle der Tiere gehandelt hat; Dr. Glardon für die super Zeit während der Akupunktur; Jeannette, Gabi, Sonja und Christoph, die kräftig mit geholfen haben, einen passenden Platz zu finden und für die immer lieben und aufmunternden Worte; und natürlich Ihnen liebe Spender und Mitglieder, die überhaupt die Operation, die Betreuung an Pflegeplätzen, Tierheim, Tierarztkosten u. s. w. ermöglicht haben!

Nur durch diese Spenden und Mitgliederbeiträge war all dies möglich. Fufi hat dank Ihnen eine Chance bekommen, ein absolut lebenswürdiges Leben zu leben.

VIELEN LIEBEN DANK – auch im Namen von Fufi!

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