Stärnli - Glücklich vermittelt im Mai 2007

Als Stärnli zu uns kam, war sie völlig verwarlost, abgemagert und verfilzt. Nach einem einstündigen Tierarztbesuch kam sie dann an einen privaten Pflegeplatz. Ihre ersten Tätigkeiten waren viel schlafen und fressen. Da Stärnli schon von Beginn an schön ins Kistli machte und auch sonst ganz liebenswürdig und anhänglich war, wurde sie sofort von allen ins Herz geschlossen. Schon innerhalb von einer Woche kam Stärnli zu Kräften, begann wieder selbständig mit der Fellpflege und spielte gerne mit Fellmäusen.

Der Zufall wollte es dann, dass wir noch vor Pfingsten einen guten Platz für Stärnli fanden. Sie kam auf einen Bauernhof in Schüpfen und wurde sogar sehr lieb vom bereits dort wohnhaften Kater Spike aufgenommen:

"Stärnli geht es sehr gut. Sie wird wirklich immer frecher und munterer. Sie hat auch schon etwas zugenommen und ihr Fell das wächst erstaunlich schnell. Sie ist nicht mehr so stoppelig wie am Anfang sondern schon ganz fein, wenn man ihr übers Fell streicht. Ich vermute, dass sie wird sicherlich 3-farbig sein wird. Denn ich habe das Gefühl, sie wird am R ücken sicherlich braun. Naja, lassen wir uns doch überraschen ;-)

Sie holt sich oft ihre Schmuseeinheiten bei uns. Und ist wirklich eine ganz liebe. Aber sie kann auch anders. Am Samstag hat sie ihre Krallen an unserem Sofa testen wollen (den Kratzbaum findet sie gar nicht so toll). Ich habe ihr dan gezeigt, dass sie dies nicht darf, und die Kleine war dann sofort eingeschnappt, ist "knurend" in ihr körbchen, hat uns provokativ den Rücken zugekehrt und aus dem Fenster gestarrt. Zeitweise hat sie weiter "geknurrt". Wir haben sie dann einfach ignoriert und nach etwa einer Stunde hat sie es wohl auch für doof gehalten, so zu schmollen und hat sich wieder auf unseren Schoss gesetzt immer schön abwechslungsweise einige Zeit bei Dänu und einige Zeit bei mir.

Ansonsten macht sie absolut nur Freude. Wir müssen oft über sie lachen, weil sie manchmal wirklich ein kleiner Tollpatsch ist. Hat sie sich doch beim Spielen die Spielmaus an den Kopf gehauen und ist dann so erschrocken, dass sie fluchtartig in ihr Körbchen sprang..."

Im Juli dann plötzlich der Schock: Stärnli hinkt immer mehr, so dass Bettina mit ihr den Tierarzt aufsucht. Sie hat am einen Vorderpfötchen einen Tumor. Noch ist ungewiss, ob nur eine Zehe oder das ganze Beinchen amputiert werden muss. Glücklicherweise stellt sich bei der Operation heraus, dass sich das bösartige Gewebe nicht weiter ausgebreitet hat, es bleibt also bei der Amputation einer Zehe.

Stärnli trägt den blauen Verband, der natürlich gut zum Fell passt, mit grosser Geduld. Auch anschliessend den Trichter, damit sie das operierte Pfötchen nicht ablecken kann, akzeptiert sie relativ schnell und begreift, dass alles nur zu ihrem Besten ist.

Mittlerweilen hat sie sich gut von der Operation erholt und springt wieder schmerzfrei umher. Die ersten Versuche, mit Bettina nach draussen zu gehen und die Umgebung auszukundschaften sind noch kurz, Stärnli zieht im Moment die Wohnung noch vor. Bettina will die Kleine nicht unnötig stressen und zeigt sich geduldig. Am nächsten Wochenede soll ein weiterer Versuch starten.

Neuigkeiten von Stärnli (18.06.2008)

Nun bin ich (Stärnli) schon über ein Jahr an meinem Lebensplatz und muss zugeben das ich hier gar nicht mehr weg möchte! Auch mit meinem neuen Freund dem Border-collie rüden Timi vertrage ich mich ganz gut. Ich habe sogar einen Schlafplatz von ihm in Beschlag genommen... hihi dort ist es nähmlich ganz schön bequem. Timi schaut mich dann immer ganz verdutzt an und liegt halt wo anders hin. Ich glaub der mag mich mehr als er zugibt, denn er hat mich sogar von einem anderen Hund beschützt, als dieser böse Hund mich anknurrte.

Ich darf ganz viel mit meinen Menschenfreunden "schmüselen" und wir schauen am abend immer gemeinsam TV.

Ach übrigens... wir sind vorübergend umgezogen ins alte Bauernhaus weisst du, dass gleich an der Strasse. Aber es sei nicht für lange sondern nur bis unser grosses Haus gebaut ist. aber hier finde ich es auch super. jetzt habe ich ganz viel Platz und rase von einem Zimmer ins andere um fit zu bleiben. Oft sitze ich am offenen Fenster und schaue raus. die Fenster sind zum Glück mit einem Netz gesichert, damit ich nicht entwischen kann, aber ich glaube das stimmt nicht so ganz, ich glaube das ist damit die doofen Autos von der Strasse nicht rein kommen. Denn ich habe ganz schön Angst vor denen. Immer wenn eins um die Ecke flitzt, ducke ich mich damit die mich nicht sehen. sonst finde ich das raus schauen ganz toll. So sehe ich auch immer, wenn Timi von seinem Spaziergang mit frauchen heimkommt. Danach rase ich zur T üre um beide stürmisch mit meinem miauen zu begrüssen.

Übrigens alle sagen, dass ich eine Schönheit bin. Mein Fell ist wunderschön geworden. einige sagen, ich sei ein Norweger-Mix (?), naja egal was genau ich für eine Rasse bin, meine Menschen lieben mich, so wie ich bin.

Das einzige Problem, was ich mit den beiden habe, ich hasse es, wenn sie mich bürsten wollen. Ohh nein nein, das finde ich absolut gemein! Aber sie meinen, sie müssen das, sonst werde mein Fell wieder ganz strub. mhh... so halte ich halt immer ganz kurz hin so ca. 2 minuten, dann habe ich aber genug und werde sauer. Aber ich bin nicht lange wütend auf die beiden und gehe wieder bei ihnen schmusen... das fägt!

Wie du siehst geht es mir hier rundum gut, und ich bleibe für immer hier!

Ganz liebe Grüsse an alle die mich gerettet haben und mir ein so tolles Plätzchen vermittelt haben.

Ihr seit super!!!!!!!!

Eure Stärnli

06.02.2009

Leider erreicht uns heute eine traurige Nachricht. Stärnli musste vor zwei Tagen eingeschläfert werden.

Nachdem man ihr im Sommer 2008 erneut Krebs diagnostiziert wurde, sie sich aber wieder gut davon erholte, wussten wir alle, dass ihre Tage gezählt sind. Dass es aber doch so schnell gegangen ist, ist traurig.

Sie durfte aber noch bis zum Schluss an ihrem Platz leben und wurde verwöhnt:

Anfangs Jahr ist uns aufgefallen, dass Stärnli ihren Kopf des Öfteren schief hält. Wir fuhren zum Tierarzt, da auch gleich die jährliche Impfung gemacht werden musste. Die Tierärztin meinte, sie hätte wohl etwas ihm Ohr, und dies könne problemlos ausgespült werden. Hierzu müsse Stärnli aber in eine kurze Narkose versetzt werden. Für den 20.01.2009 vereinbarten wir den Termin zur Ohrspülung. Mit einem ganz komischen Gefühl brachte ich Stärnli zum Tierarzt... aber es ist ja "nur" eine Ohrspülung dachte ich mir. Von Stärnli habe ich mich mit den Worten - keine Angst ich hole dich am Abend wieder ab es ist nichts Schlimmes nur kurz Ohren spülen - verabschiedet, da sie lautstark protestierte, beim Tierarzt zu bleiben.

Als das Telefon im Büro klingelte und ich die Telefonnummer der Tierärztin erkannte, fing mein Herz an zu rasen. Bitte nichts Schlimmes! Frau Furrer teilte mir mit, dass Stärnli nichts im Ohr hätte, und sie möchte gerne ein Blutbild machen ob, nicht wieder irgendwo ein Tumor wächst. Ich wollte, dass Stärnli gleich noch geröntgt wird, das komische Gefühl von heute morgen wurde in mir immer stärker. Die Ergebnisse der Röntgenbilder waren erschreckend. Die Lunge von Stärnli war voller Ableger. Die Tierärztin erklärte, dass es keine Behandlungsmöglichkeiten gäbe und wir damit rechnen müssten das Stärnli aus dieser Narkose nicht mehr aufwachen würde. Die Lunge sei wohl zu schwach. Es stand im Raum, ob Stärnli jetzt eingeschläfert werden sollte, oder ob wir zuwarten wollten. Da der Schock über den Befund so tief war und die Tränen nur so runter liefen, konnte ich mich nicht entscheiden. Nach Rücksprache mit meinem Partner und der Tierärztin entschieden wir, dass, wenn Stärnli die Kraft hat, aus der Narkose zu erwachen, wir sie nach Hause holen. Gemäss Tierärztin hätte Stärnli keine Schmerzen, sie könne uns aber nicht sagen wie viel Zeit Stärnli noch bleibt, bis der Krebs siegen wird.

Stärnli erwachte aus der Narkose und erholte sich erstaunlicherweise sehr schnell, so dass wir sie nach Hause holten. Für uns war klar, Stärnli wird bei uns bleiben, bis sie uns zeigen wird, dass sie gehen möchte.
Dank einer Tierkommunikation wussten wir, dass sie es und mitteilen wird. Stärnli genoss die Zeit die sie noch hatte und wurde mit Lachs, Crevetten und allerlei Sachen, die sie so sehr liebte, verwöhnt. Jeden Tag begrüsste sie uns mit ihrem lauten Miauen und war wie eh und je ungeduldig, bis ihr Napf endlich mit feinem Futter gefüllt wurde.
Am 03.02.2008 fing Stärnli plötzlich an im Kreis zu laufen, baumelte des Öfteren beim gerade aus gehen, schlief fast den ganzen Tag und zog sich zurück. Der Zeitpunkt, sie gehen zu lassen, war gekommen. Wir machten schweren Herzens für den 05.02.2008 einen Termin beim Tierarzt. Stärnli soll nicht leiden müssen, dass war für uns klar.

Der Weg zum Tierarzt war für uns ganz schlimm... Stärnli liess sich diesmal ohne Protest in den Katzenkorb legen. Während der ganzen Fahrt hielt ich sie im Arm, und sie schnurrte und schmuste mit mir. Als wir beim Tierarzt ankamen und wir uns kaum trauten aus dem Auto zu steigen, miaute Stärnli laut, so als wollte sie uns sagen, es ist in Ordnung macht euch keine Sorgen und fing wieder an zu schnurren. Die Tränen liefen uns nur so runter. Stärnli schlief in meinen Armen ein. Sie loszulassen fiel uns so schwer, und dennoch wissen wir, dass es für Stärnli die richtige Entscheidung war. Sie sollte nicht Schmerzen haben und leiden müssen.

Sie fehlt uns jeden Tag, und noch immer laufen die Tränen wenn wir an sie denken. Sie hat uns so viele schöne Stunden geschenkt, uns zum Lachen gebracht, war da, wenn es uns nicht gut ging.

Der einzige Trost für uns ist, jeden Abend in den Himmel zu schauen und zu wissen, dass unsere Stärnli nun der schönste Stern am Himmel ist und immer für uns leuchten wird.

Verein Katzenhilfe Bern | Alpenstrasse 87 | CH-3052 Zollikofen | +41 (0)31 971 58 08 | info@katzenhilfe-bern.ch | www.katzenhilfe-bern.ch | PC-Konto 30-29106-4 | Letzte Änderung: 09.11.2007