Tagebuch von Candy und Sky

Candy - Beigeschwarze Langhaarkätzin, ca. 2006

  • weiblich
  • getestet, geimpft und kastriert
  • nach einer Eingewöhnungszeit lässt sie sich gerne auf Menschen ein
  • Platzierung als Einzelkatze
  • benötigt Auslauf ins Freie
  • wohnt zurzeit an einem Pflegeplatz und kann dort auf Voranmeldung besichtigt werden

Wir wurden von lieben älteren Herrschaften kontaktiert, welche seit letztem Herbst eine Findelkatze beherbergten, welche scheinbar kein Zuhause mehr hatte oder nicht mehr zurück wollte. Sie erkannten, dass die Katze – wir haben sie übrigens CANDY getauft – auch in der Nacht bei ihnen unter dem Balkon schlief und sehr hungrig war. Es wurde ihr dann ein kleines Kartonzuhause aufgestellt und Futter gegeben. Obwohl sie versuchten, die eigentlichen Besitzer zu finden, hatten sie kein Glück.

Nun vor zwei Wochen die grosse Überraschung. In der Kartonbox war nicht nur mehr Candy, sondern noch vier kleine süsse Wonneproppen, die das Licht der Welt erblickt hatten. Leider war auch hier das Schicksal nicht sehr gnädig, und drei der Jungen waren bereits ein paar Tage später Tod. Es ist nicht klar, was geschehen ist. Hatte die Mutter die Kleinen getötet, weil sie überfordert war, oder war gar ein Marder gekommen oder ein anderes Tier?

Richtigerweise haben sich dann diese Menschen an uns gewendet und uns um Hilfe gebeten. Man wolle doch der Mutter und dem einzig überlebenden Jungen eine Chance geben. Noch am selben Tag haben wir die Katze, welche draussen in der Schachtel hauste, abgeholt und brachten Candy und unser Sonnenschein Sky an unseren Pflegeplatz.

In der Zwischenzeit sind Candy und Sky bereits zwei Tage bei Sarah, und scheinbar fühlt sich die Mutter schon sehr wohl. Obwohl nach wie vor die Kartonschachtel im neuen Katzenzimmer steht, fand die Mutter es viel bequemer, mit ihrem Kleinen in den Kleiderschrank von Sarah umzuziehen und sich dort auf den Kleidern ein schönes Bettchen zu machen. Natürlich darf sie nun dort bleiben… ;-). Sie hat sich also schon gut eingelebt. Sie frisst und scheint die Sicherheit bei Sarah sehr zu schätzen. Candy und Sky müssen sich also die nächsten paar Wochen um nichts zu sorgen, und darüber sind wir sehr froh.

Danke Sarah, wir freuen uns auf die ersten Fotos und die nächsten Berichte.

24.06.2008

Sky hat nun die Augen geöffnet und fängt an ihre Welt zu entdecken. Am liebsten ist sie aber ganz nahe bei der Mutter und würde natürlich den ganzen Tag an der „Milchbar“ verbringen. Die Mutter, welche sehr scheu ist, ist in der Zwischenzeit ganz ruhig und scheint die Sicherheit am Pflegeplatz zu geniessen. Candy ist ein tolles Mami.

11.07.2008

Candy und Sky haben ihr neues Zuhause bei Yanic bereits voll im Griff. Da bei Sarah die Ferien vor der Türe standen, mussten die beiden umziehen.

18.07.2008

Meinem Mami und mir gefällt es immer besser an unserem Pflegeplatz. Mein Mami hat nämlich gar nicht mehr so doll Angst, und manchmal da macht sie ein kurzes "Schmüsi" mit unserem Pflegemami. Was natürlich ein grosser Fortschritt ist. Ich bin sicher, mein Mami wird auch schon ganz bald merken, dass mein Pflegemami super spielen kann und mein Mami Candy gar nicht Angst haben muss vor ihr.

Ich bin in der letzten Woche ein richtiger Wirbelwind geworden, und manchmal da kann ich nicht zwei Sekunden still verweilen. Wenn mein Pflegemami morgens zu uns ins Zimmer kommt, dann springe ich ihr gleich die Beine hoch und schaue wie weit ich komme…;-) aber oftmals verlässt mich die Kraft bei den Knien schon, aber zum Glück ist da immer ein rettende Hand, die mich auffängt. Dann spielen wir immer ganz fest miteinander, bis ich ganz schlimm müde werde und mich bei Mami hinlege und gemütlich schlafe.

Ich habe ganz viele Spielsachen hier, und manchmal weiss ich vor lauter spielen gar nicht mehr mit was ich beginnen soll…, aber am liebsten habe ich die Spielsachen, die ich mir "erstehle"…, so wie die Zeitung oder Papierschnitzel. Die sind super lustig. Aber das Beste sind die Hobelspäne der Meerschweinche, die trage ich nämlich überall herum. Ich glaube, ein Meerschweinchen zu sein, würde mir auch ganz gut gefallen.

Ich esse mit Mami auch schon ganz schön viel Nassfutter, und obwohl ich noch viel Milch brauche, mag ich Fleisch schon ganz gerne. Hey, wer soviel tobt – braucht nämlich ganz viel Energie, und für alle die es interessiert – ich weiss auch schon ganz genau wo ich hin muss wenn ich mal "muss"und zuscharren habe ich auch schon gelernt….und ich finde "das fägt".

Bin ich nicht ein super mega tolles "Chatzemeiteli"?

08.08.2008

Sky hat einen neuen Lebensplatz gefunden, welchen sie in zwei Wochen einnehmen wird. Nun hoffen wir, dass auch ihre Mami Candy bald vermittelt werden kann.

26.08.2008 Mein neues Zuhause

Unsere kleine Sky kennen wir schon fast seit Geburt an. Sie kam als Findelkatze mit ihrer Mutter Candy zu einem unserer Pflegepläzte und durfte dort ihre Zeit geniessen.
Sky zeigte sich von Anfang an als sehr frech und lebhaft. Ein kleiner Wollknäuel, der keine Sekunde ruhig sein konnte und die Welt nicht gross erschien. Sky schlich sich schon bald in das Herz von allen, und gerade wegen ihrer zutrauliche Art ist sie ein richtiger Sonnenschein.

Zu Beginn (die ersten paar Wochen) war die Katzenmutter Candy eine sehr fürsorgliche und liebe Mutter, bis eines Tages sie nichts mehr von Sky wissen wollte. Dies kam sehr überraschend für uns, und bis heute wissen wir nicht warum. Damit Sky dann nicht "alleine" blieb, bekam sie zwei weitere „Katzengspändli“ im gleichen Alter. Als dann diese aber "vermittelt" waren, wollten wir Sky unbedingt nun in eine richtige Familie integrieren, und da hatten wir schon den geeigneten Platz.

Sky kam zu einer sehr symphatischen und tierliebenden Familie in ein Haus im Oberland. Zusammen mit zwei weiteren Katzen sowie dem grossen und lieben Hund darf sie nun dort ihr Leben geniessen. Obwohl es sehr schwer war, nach der langen Zeit Sky abzugeben, so sind wir sehr glücklich, dass sie ein tolles Zuhause bekommen hat.

Ich habe mich in meinem neuen zuhause von Anfang an sehr gut eingelebt. Anfänglich hatte ich vor Akira dem Hund schon ein wenig Respekt. Aber sie hat sich sehr auf meine Ängstlichkeit eingestellt und mir genügend Zeit zur Annäherung gegeben. Wenn ich richtig wild bin, weisst sie mich liebevoll zu recht.

Xena die Schildpattkätzin sei selten in der Wohnung gewesen und nur zum Fressen nach Hause gekommen. Sie kommt mit mir nicht klar und ist nach 3 Tagen meiner Ankunft bis heute nicht wieder nach Hause gekommen. Eine Tierkommunikatorin meint, dass es ihr gut geht und sie sich verliebt habe. Sie wird ihr zureden, dass sie trotzdem wieder nach Hause findet.

Mit Simba gab es anfänglich auch Schwierigkeiten. Er liess mich einfach unbeachtet liegen. Aber mein Fressen scheint er zu lieben. Er wartet immer, bis mein Magen voll ist, um danach den Rest zu ergattern. Seinen Napf lässt er links liegen, denn er bevorzugt den meinen. Es gibt auch Zeiten, da strecken wir beide den Kopf in einen Napf. Kein Wunder, denn seit ich hier bin, gibt es ja Nassfutter…. Ich bin sehr wählerisch, was das Essen anbelangt. Trockenfutter mag ich nicht besonders und kann sehr gut auf meine Lieblingsspeisen warten.

Bei unserer ersten näheren Begegnung, suchte ich sofort die Zitzen auf. Von diesem Versuch schien er nicht sehr begeistert zu sein. Nun liebe ich es, auf ihm herum zu tollen. Er ist sehr träge, erduldet aber meine Angriffslust ohne heftig ein zu greifen. Ich darf auch in seiner Nähe schlafen. Wenn ich ihm zu wild werde, flüchtet nach draussen.
Ich merke, dass ihm Xena fehlt. Er geht sie öfters suchen, oder wartet bis spät in die Nacht auf ihrem Lieblingsplatz.

Auch meine Mutti hat allerhand zu tun. Sie muss schon sehr aufpassen, dass ich ihm nicht folge, denn die Freiheit interessiert mich auch schon sehr. Die Pet Porte wird erst diese Woche eingebaut, so dass die Türe jedes Mal geöffnet werden muss. Das ist ein ganz schönes „Gläuf“…. hinein, hinaus….. Und das mit Simba, Akira und hoffentlich schon bald mit mir.

Leider ist meine Mutti mit meinem Stuhlgang seit einigen Tagen nicht zufrieden. Sie hat die 2. Wurmkur vorgenommen. Gebessert hat sich bis jetzt nichts. Es könnte ja auch am Nassfutter liegen, denn mein Stuhl ist eher fettig und nicht sehr kompakt. Es stinkt mir ganz schön, dass mein Lieblingsfutter abgesetzt werden soll. Ich versuche vorerst, das Trockenfutter links liegen zu lassen, oder nur im Notfall ein zu nehmen. Vielleicht nützt es ja?

Am Freitag habe ich einen Arzttermin und hoffe, dass ich geimpft werden kann. Ich habe ja schon ein wenig zugenommen.

Liebe Grüsse
SKY

07.10.2008

Unsere Candy ist eine ganz besondere Katze und zeigte uns immer wieder, dass auch ein Tier ganz genau weiss, was es will und dies unmissverständlich mitteilen kann. Man musste nur zuhören.

Wir bekamen damals einen Anruf eines besorgten Herrn, der Candy seit mehreren Monaten fütterte und ihr auf dem Balkon unterschlupft gewährte. Als sie dann aber plötzlich dort auch Junge gebar, und ein paar Tage später von den 4 Jungen 3 Tod waren,
wurde ihm bewusst, dass er nun handeln musste. So kam dann sein Anruf zu uns.
Noch am selben Tag holten wir Candy, sowie ihr Kleines (ein paar Tage) alt ab und brachten die beiden an einen privaten Pflegeplatz, so dass beide in Sicherheit waren und in Ruhe leben durften.

Candy zeigte gleich, dass sie es nicht schätzte, wenn man zu Nahe kam und fauchte uns bei jeder Gelegenheit an. Was natürlich auch gut war, denn es hiess ja das Kleine zu beschützen - und dies machte sie auch hervorragend. Sky - so wurde dann bald unser Sonnenschein genannt, wuchs gut heran und entwickelte sich zu einer vorwitzigen, lustigen und gar nicht ängstlichen Dame. Candy hingegen, sah dies nicht gerne und obwohl sie anfing mit der Pflegemutter Kontakt aufzunehmen, war klar, dass sie dies lieber nicht täte. Es entwickelte sich eine "Zwangsfreundschaft".

Sky hingegen wurde immer frecher und selbstständiger. Mit ca. 6 Wochen wollte dann Candy nichts mehr von der Kleinen wissen und liess sie links liegen, was sehr schlimm war für Sky. Da wir gerade noch weitere kleine Katzen aufgenommen hatten, war dies gut für die Entwicklung von Sky. Die drei amüsierten sich prächtig. Candy hingegen, versteckte sich immer mehr und nahm jede Gelegenheit, um uns aus dem Weg zu gehen.
Für Sky und die anderen zwei Katzen fanden sich bald tolle Plätze, Candy blieb zurück. Sie fing nun an "rein" zu machen und klar zu zeigen, HIER WILL ICH NICHT SEIN. Es tat im Herzen weh dies zu sehen.

Candy vergrub sich so sehr, dass sie bald darauf sehr krank wurde und wir sie fast täglich an eine Infusion hängen mussten. Sie magerte ab und wollte partout nichts mehr essen.
Die Angst war riesengross. Doch war klar, sobald wir sie wieder gesund hatten, würde Candy endlich "frei" gelassen. Sie würde nicht mehr gezwungen, mit uns Menschen Kontakt
zu haben. So pflegten wir Candy gesund, liessen sie kastrieren und chipen, und dann hiess es: AB IN DIE GROSSE FREIHEIT.

Unser grossartiger Futterstellenplatz im Kanton Aarau erklärte sich spontan bereit, Candy zu übernehmen und so fuhr ich eines Abends, mit Candy im Gepäck los. Ich war wohl aufgeregter als Candy. Nach allem was sie erlebt hatte, war nun ihr Augenblick gekommen. Ich musste mit mir kämpfen, denn wenn man ein Tier so lange hat, ist der Abschied immer schwer.

Wir standen auf dem Pferdehof, wo Candy von jetzt an in Ruhe leben darf. Wir standen also auf der Heubühne und öffneten die Box. Zuerst ganz vorsichtig aber dann Blitzschnell
verliess Candy die Box und verschwand hinter den Heubergen. Es war ein komisches Gefühl, aber wir wussten, dass wir das Richtige taten.

Nach kurzer Zeit erhielten wir schon Bescheid vom Pferdehof. Candy geht es gut. Sie erscheint pünktlich zu den Essenszeiten, und auch wenn die "Leckerlis" verteilt werden steht sie da. Ihr Fell glänzt so schön wie nie, und sie geniesst die Freiheit.

Wir freuen uns für Candy.

14.12.2008 Traurige Nachricht von Sky

Sky wurde leider am 12.12.2008 morgens überfahren und ist in den Himmel gegangen.

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