Flya

Flya - Rote Tigerkätzin, 07.2007

  • weiblich
  • getestet, geimpft und kastriert
  • stammt von einem Bauernhof und benötigen nach einer Eingewöhnungszeit unbedingt Auslauf ins Freie
  • kommt gut zurecht mit Artgenossen

Die ersten Monate hatte Flya ein glückliches Leben in Freiheit geführt. Sie kam auf einem Bauernhof auf die Welt. Ihre Mutter hat sich den Bauernhof als neue Heimat ausgesucht, allerdings ohne das Einverständnis der Menschen dort einzuholen. Zuerst waren die Katzen willkommen und wurden gefüttert. Mit der Zeit wurde es den Leuten zu viel, all die Katzen zu behalten und sie riefen die Katzenhilfe um Hilfe.

Allerdings waren die Katzen schon mehrere Monate alt, und waren nur sehr wenig an Menschen gewohnt. Katy nahm sich aber der Sache an, weil die Katzen ein schönes zu Hause verdient hatten und sich sicher noch an eine neue Situation würden gewöhnen können.

Montag 10. Dezember 2007

Flya wurde eingefangen und von den Bauersleuten zum Tierarzt gebracht, wo sie geimpft und kastriert werden sollte. Als sie von Katy abgeholt wurde, meinte der Tierarzt, er hätte nur einen Eierstock gefunden, und man müsse halt schauen, ob die Katze rollig würde. Flya wurde dann ins Tierheim gebracht. Sie sollte, bis sie sich erholt hat einzeln gehalten werden.

Freitag 14. Dezember 2007

Nach einigern Tagen war Blut in der Boxe. Da ich gerade im Tierheim war fingen wir die Katze ein, und ich brachte sie zu unserem Tierarzt nach Mühlethurnen.
Flya hatte hohes Fieber und etwas wie ein Stück Fleisch schaute zur Wunde hinaus. Die Tierärztin musste sie sofort Notoperieren. Flya hatte einen grossen Bluterguss im Bauch, welcher zu der Narbe hinausdrängte. Bei dieser Operation wurde ebenfalls der zweite Eierstock entfernt, so dass die Katze nun richtig kastriert ist.

Samstag 15. Dezember 2007

Flya musste bei der Tierärztin bleiben, da wir sicher sein wollten, dass alles gut verheilt. Sie liess sich allerdings nicht anfassen, so dass auch keine Antibiotika gespritzt werden konnten.

Montag 17. Dezember 2007

Flya war immer noch sehr verstört. Katy besprach mit der Tierärztin, dass sie noch mindestens bis Donnerstag in der Praxis bleibt.

Donnerstag 20. Dezember 2007

Die Wunde war nun soweit verheilt, dass Flya aus der Tierarztpraxis entlassen werden konnte. Allerdings waren wir nun mit der Frage konfrontiert, was das Beste für Flya ist. Ins Tierheim zu den anderen Katzen? Ins Tierheim wieder in eine Einzelboxe oder an eine Pflegestelle? Pflegestelle war keine frei und die Gesellschaft anderer Katzen wäre sicher gut. Auch die Tierärztin meinte, wir müssten uns gut überlegen, was wir mit Flya nun machen, da sie schon ausserordentlich verstört sei.

Da ich die kleine Katze schon in mein Herz geschlossen hatte, beschloss ich sie als Pflegekatzen bei mir aufzunehmen. Klar war auch das ein Risiko, da ich schon drei Katzen habe und man weiss ja nie, wie Neulinge begrüsst werden.

Samstag 22. Dezember 2007

Katy holte Flya beim Tierarzt ab und brachte sie gegen Abend zu mir. Da wir unnötigen Stress vermeiden wollten blieb Flya noch beim Tierarzt bis ich von den Ferien zurückkehrte. Als Flya bei uns ankam, durfte sie gleich in das Büro einziehen. Das ist mit einem grossen Kratzbaum und viel Spielzeug ausgestattet. Wir stellten noch ein Katzenklo, Futternapf und Wasser hinein, damit Flya alles hatte was sie braucht. Mein Kater sass noch auf dem Kratzbaum. Er machte gleich Bekanntschaft mit Flya und begrüsste sie freundlich. Twix ist ein echt sozialer Kater und Flya war von der ersten Minute an willkommen. Er blieb dann die erste Nacht auch mit Flya zusammen im Zimmer.

Montag 23. Dezember 2007

Flya hat nun gefressen und sich auch sonst ein wenig eingewöhnt. Sie versteckt sich aber immer noch im Bücherregal hinter den Büchern. Wenn man versucht sie anzufassen, legt sie die Ohren an und manchmal faucht sie auch.

Mittwoch 25. Dezember 2007

In der Nacht hört man Flya im Büro spielen. Sie rast dann mit Twix herum und am Morgen sieht es ziemlich unordentlich aus. Aber dann ist Flya schon lange wieder im Büchergestell verschwunden…

Heute nun wird die Türe des Büros geöffnet und die beiden anderen Katzen dürfen schauen, wer sich hier neu im Büro befindet. Die Freude über den neuen Mitbewohner hält sich in Grenzen. Filou und Clavi fauchen Flya an und quittieren das Ganze mit Desinteresse.

Freitag 27. Dezember 2007

Obwohl die Türe des Büros nun offen steht, schaut Flya nur ab und zu hinaus. Kater Filou, welcher sich wie ein Obermacho benimmt, hat nun Flya akzeptiert und geht jeweils zur Spielstunde ins Büro.

Von Menschen will Flya noch immer nichts wissen. Meist ignoriert sie alle Versuche mit ihr in Kontakt zu treten. Sie hat nun im Keller ein neues Versteck gefunden: sie versteckt sich auf dem Schrank unter der Treppe oder schlüpft gleich unter den Schrank.

Sonntag 29. Dezember 2007

Heute ist Flya zum ersten Mal zum Spielen ins Wohnzimmer gekommen. Ganz erstaunt hat sie den Fernseher betrachtet. Was das wohl für ein Ding ist, welches sprechen kann, aber nicht aussieht wie ein Mensch? Sie liess sich auch von meiner Anwesenheit nicht beirren und hat sogar mitgeholfen mit dem Spielen mit dem Federsteckli.

Montag 31. Dezember 2007

Obwohl wir Besuch hatten, zeigte sich Flya und spielte mit den anderen Katzen im Wohnzimmer. Mit Clavi hat sie sich auch angefreundet. Diese ist jedoch manchmal ein wenig grob zu ihr, was sie dann mit einem Fauchen quittiert. Die Kanallerei um Mitternacht war ihr dann überhaupt nicht geheuer. Sie flüchtete in den Keller unter den Schrank.

Mittwoch 2. Januar 2008

Flya ist froh, dass es wieder ein wenig ruhiger ist. Sie kommt nun am Morgen zum Fressen in die Küche. Allerdings will sie noch nicht in der Nähe der anderen Katzen fressen sondern frisst lieber alleine auf dem Stuhl unter dem Tisch. Clavi hat nun entdeckt, dass es dort auch gutes Fressen gibt und will natürlich immer die Resten fressen. Was natürlich Flya besser bekommen würde als der sonst schon rundlichen Clavi.

Samstag 5. Januar 2008

Heute ist Putztag und das bedeutet Stress für Flya. Wir lassen im Keller alle Türen offen, damit sie in die Waschküche oder den Keller gehen kann. Das will sie aber nicht. Sie versteckt sich während der Putzaktion irgendwo in der Wohnung und ist wie vom Erdboden verschluckt. Wir haben sie ca. 3 Stunden gesucht und endlich ist sie im Schlafzimmer aufgetaucht. Wo sie sich versteckt hat, wissen wir immer noch nicht. Am Abend kommt sie aber wie immer zur Spielstunde ins Wohnzimmer. Und heute wagt sie sich auch schon ein wenig näher an die gefährlichen Menschen. Spielen ist eben schon toll!

Montag 7. Januar 2008

Langsam aber sicher fasst Flya ein wenig Vertrauen. Schon gut, dass ich sie mit spielen und füttern bestechen kann. Vor Steff hat sie noch Angst. Der bewegt sich zu zackig und hat wohl eine zu tiefe Stimme.

Heute konnte ich mit Flya ausgiebig spielen und sie liess meine Hand bis auf 10 cm. an sich heran. Ebenfalls konnte ich die ersten Fötelis machen. Da wir eine langsame Kamera haben, war halt zum Teil nur die halbe Flya drauf. Aber das kann sich ja noch verbessern. Auf jeden Fall versteckt sie sich nun nicht mehr immer im Keller.

Samstag 12. Januar 2008

Heute war wieder der Staubsauger in Aktion. Das bedeutet natürlich höchste Gefahr für Flya. Aber die Kleine ist tapfer. Sie ist zwar im ganzen Haus geflüchtet, hat sich aber danach sehr schnell beruhigt und hat sich nicht mehr wie vor einer Woche den ganzen Tag verkrochen.

Die Fortschritte sind täglich zu sehen. Sie kommt regelmässig am Abend zur Spielstunde, welche sie offensichtlich geniesst. Sie hat sich schon gut an die Geräusche im Haus gewöhnt und springt nicht mehr immer weg.

Ebenfalls hat sie richtig toll Freundschaft geschlossen mit allen drei Katzen. Mit Filou macht sie Ringkämpfe und dabei geht es auch richtig zur Sache. Auf jeden Fall ist Flya eine fröhliche Katze, welche viel spielt und sehr neugierig ist.

Mittwoch 16. Januar 2008

Wie gross muss die Angst von Flya vor den Menschen wohl sein? Ich denke sehr gross! Wenn sie nur erahnt, dass eine Hand auf sie zukommen möchte, ist sie sofort panisch auf der Flucht. So gerne würde ich ihr diese Angst nehmen! Das einzige was bleibt ist Geduld, Geduld, Geduld!

Die Geschichte von Mara, welche ähnlich scheu war, stimmt mich aber optimistisch. Sie konnte Vertrauen zu den Menschen fassen und sie sind ihre Freunde geworden. Spielerisch kann ich sie in meine Nähe locken und sie vergisst ihre grosse Angst vor dem Ungeheuer, welches am anderen Ende des Spielzeugs ist!

Dienstag 22. Januar 2008

Schon am Wochenende beim Staubsagen ist mir aufgefallen, dass ausserordentlich viele rote Haare herumliegen. Da ich aber ein wenig im Stress war, habe ich das schnell wieder vergessen. Bis ich dann sah, wo die haare herkommen: Flya hat am Hals eine ganz Kahle Stelle, wo sie sich die Haare alle weggekratzt hat.

Tja, was tun wenn sich die arme Katze nicht anfassen lässt. Es kommen natürlich einige Möglichkeiten in Betracht. Ist der Stress so gross, dass sie so viele Haare verliert? Hat Flya Untermieter (sprich Flöhe)? Liegt ein organisches Problem vor?

Da ich nicht weiter wusste, besprach ich das Problem mit Yanic von der Katzenhilfe. Aber eine Ferndiagnose ist schwierig. So rief ich noch Frau Trachsel an, bei welcher Flya notfallmässig operiert wurde. Wir gingen dann verschiedene Möglichkeiten durch. Ich versuchte auf Armlänge Abstand festzustellen, wie die kahle Stelle genau aussieht. Da sie sehr trocken war, könnte es sein, dass Flya ein Problem mit der Haut hat. Das kann vorkommen, wenn Katzen, welche normalerweise draussen leben, dann auf einmal in geheizten Räumen leben.

Freitag 25. Januar 2008

Zum Glück hat sich der Haarausfall von Flya nicht im gleichen Masse fortgesetzt. Ich holte beim Tierarzt ein homöopathisches Medikament, welches die Haut und die Fellstruktur verbessern soll. Zusätzlich bekommt Flya noch Bachblütentropfen.

Aber sie ist eine clevere Katze. Sie frisst nun ihr Futter nur widerwillig, und meine anderen Katzen werden von den Tropfen ebenfalls profitieren…. Beruhigt bin ich nun aber insofern, dass ich nicht denke, dass Flya mehr gestresst ist. Sie hat in der letzten Woche wieder grosse Fortschritte gemacht. Sie kommt nun, wenn man ihren Namen ruft und grosse Überraschung, sie hat sogar an meiner Hand geschnuppert! Das ist doch positiv!

Dienstag 29. Januar 2008

Das waren vielleicht aufregende Tage mit vielen neuen Erlebnissen für Flya: Da es am Wochenende recht sonnig war, wagte Flya zum ersten Mal einen Schritt auf die Terrasse. Ganz vorsichtig schlich sie sich hinaus. Das war Stress pur: Neue Gerüche – neue Eindrücke! Nach diesen aufregenden Minuten musste sie sich gleich auf dem Kratzbaum erholen!

Wir haben nun weitere Elemente in unsere Spielstunde eingebaut: Flya kommt nun zu mir aufs Sofa zum Spielen. Zwar extrem vorsichtig, aber doch sehr mutig. Vor lauter Übermut hat sie mich doch gleich in den Finger gebissen. Ich weiss nicht, wer mehr erschrak; Flya oder ich? Ich versuche nun stetig sie zufällig ein wenig zu berühren. So ganz traut sie der Sache nicht, aber sie rennt auch nicht mehr weg.

Die Spielstunden sind auch ein Gewinn für meine anderen Katzen. So können sie mitmachen wenn sie mögen, oder auch einfach nur zuschauen.

Sonntag 3. Februar 2008

Auch in dieser Woche erlebte Flya viele Sachen. Eine Tierärztin kam, um sich ihren Haarausfall anzusehen.

Wir entschlossen uns sie nicht einzufangen, sondern die Sache aus der Distanz anzuschauen. Die erste Diagnose, dass das Kratzen vermutlich stressbedingt ist, hat sich bestätigt (sofern eine genaue Diagnose so überhaupt möglich ist).

Flya bekommt nun zusätzlich Vitamine und einen Futterzusatz, welchen den Appetit fördern sollte. Diese Therapie hat auch schon ein wenig angeschlagen. Flya frisst nun fleissiger und ist bei Fressen auch weniger gestresst. Das grösste Problem bei der „Fresserei“ ist, dass die anderen Katzen Allesfresser sind, und es natürlich überaus spannend finden, wenn sie bei Flya etwas anderes finden, als im eigenen Futternapf.

Das ist dann aber eher mein Problem, da ich nicht will, dass die anderen Katzen zu dick werden, und Flya eine magere Maus bleibt….

Donnerstag 7. Februar 2008

Eine Leserin von der Internetseite, welche Flya’s Tagebuch gelesen hat, hat mich angerufen, und sich nach den Fortschritten von Flya erkundigt. Wir haben eine halbe Stunde über Flya geplaudert und die Frau hatte riesig Freude, dass es Menschen gibt, welche auch Katzen wie Flya eine Chance geben.

Gross war mein Erstaunen und riesig meine Freude, als ich einige Tage später in einem Umschlag CHF 20 von dieser Frau erhielt. Sie möchte so einen Beitrag zum Wohlergehen von Flya spenden.
Eine wunderschöne Geste!

Dienstag 12. Februar 2008

Manchmal glaube ich Flya macht keine Fortschritte mehr. Wenn sie so erschrocken herumrennt, bin ich nicht sicher, ob sie wirklich einmal Vertrauen zu Menschen fassen kann.

Heute Morgen hat sie sich aber ein Herz gefasst, und kam zur morgendlichen Begrüssung mit den anderen Katzen vor die Schlafzimmertüre. Ganz eng hat sich sich an die Wand und an die Möbel geschmiegt, so als brauche sie diesen Halt. Schön, hat auch hier die Neugier gesiegt!

Freitag 15. Februar 2008

Heute habe ich die Fotos von Flya vor zwei Monaten und heute verglichen. Ich dachte sie sei immer noch gleich klein und nur ein Schatten meiner anderen Katzen. Nun habe ich aber festgestellt, dass sie doch eine ganze Menge gewachsen ist. Sie frisst zwar immer noch wie eine Maus, aber die Vitamine die schleckt sie zwischen dem Fleisch heraus, und das zeigt nun doch Wirkung.

Wenn Flya noch gelassener werden könnte, dann würde sie sicher auch besser zunehmen. Der Stress braucht sie doch einiges an Energie, welche sie dann nicht für ihr Wachstum einsetzen kann.

Dienstag 19. Februar 2008

Flya ist in ihrem Verhalten sehr inkonstant. Manchmal hat sie gute Tage und manchmal denkt sie, die ganze Welt ist gegen sie.

Am letzten Samstag haben wir eher einen dunkelgrauen Tag erwischt. Da der Staubsauger wieder mal in Aktion war, und ich vermeiden wollte, dass sie sich wieder verkriecht, wollte ich sie daran hindern, die Treppe hoch zum lärmenden Ungeheuer zu gehen. Obwohl ich sie nicht anfassen wollte, hab Flya meine Hand als Gefahr beurteilt und rasant reingebissen. Ich weiss nicht, wer mehr erschrak, sie oder ich. Auf jeden Fall war es eine recht schmerzhafte Begegnung, die mir deutlich zeigte, dass Flya noch sehr viel Zeit braucht. Vertrauen zerstören ist schnell gemacht. Der Aufbau braucht ein wenig länger!

Sonntag 24. Februar 2008

Mit dem Frühlingshaften Wetter hat Flya eine neue Leidenschaft entdeckt. Sie sitzt vor dem Meerschweinchenauslauf und beobachtet, was sich da so tut. Besonders die kleinen Schweinchen interessieren sie, da die immer viel und schnell unterwegs sind!

Ebenfalls hat sich Flya als begnadete Fliegenfängerin entpuppt. So werden wir keine Probleme mit den Fliegen haben, da sich diese früher oder später erwischen lassen. Und das gute dabei ist: Flya hat eine sinnvolle Beschäftigung!

Mittwoch 27. Februar 2008

Auch wenn die Fortschritte klein sind, ist die Freude gross, wenn es solche gibt. Hände findet Flya ja ganz bedrohlich. Zu den Fingern hat sie schon ein besseres Verhältnis. Nun tasten wir uns ganz langsam ans Berühren ran. Das geht so: ich strecke meinen Finger nach ihr aus, wenn sie im Körbchen liegt. Hat Flya einen guten Tag, streckt sie mir ihr Pfötchen entgegen und wir können Kontakt schliessen. Das sieht dann etwas aus wie bei E.T.

Es sind ja die kleinen Fortschritte, die zählen!

Sonntag 1. März 2008

Nach dem gestrigen Sturm waren alle unsere Katzen ein wenig durcheinander. Es hat auf der Terrasse so einiges herumgewirbelt und der Wind hat gehörig um die Ecken gepfiffen. Auch Flya wusste nicht so recht was das sollte.

Heute war das Wetter zwar wieder besser, aber sie getraute sich nicht mehr hinaus. Sie versteckte sich hinter den Möbeln und streckte die Nase gar nicht weit vor. Sicher ist sicher!!!

Dienstag 11. März 2008

Flya hat eine neue Leidenschaft entdeckt. Sie verbringt nun jede freie Minute auf der Terrasse und schaut von der Brüstung hinunter. Ich muss sie immer zur Terassentüre herauslassen, obwohl wir ein Katzentörchen haben, und sie selber raus und wieder rein könnte. Das ist ihr aber nicht geheuer. Sie schnuppert zwar immer ein wenig dran herum, aber wie das funktioniert, will sie (noch) nicht wissen. Auch mit den geschlossenen Türen hat sie ein wenig Mühe. Dass Glas durchsichtig ist, und man doch nicht hindurch kann, da staunt sie schon.

Als es so gestürmt hat, ist Flya wie wild den getrockneten Blättern nachgejagt. Ich machte mir schon ein wenig Sorgen, weil sie so ein Fliegengewicht ist. Ein Windstoss und sie ist weg…. Ich denke Flya ist eine clevere Katze. So einfach lässt sie sich nicht davonwehen!

Sonntag 16. März 2008

Letzte Woche waren nur die Katzen und ich zu Hause. Dann dürfen die Vierbeiner jeweils im Schlafzimmer übernachten. Die drei grossen Katzen geniessen das jeweils sehr (inklusive Jagd quer übers Bett mitten in der Nacht). Auch Flya hat ganz interessiert mitgemacht. Sie kam ebenfalls aufs Bett und hat auch zwei Mal bei meinen Füssen geschlafen.

Manchmal sucht sie auch tagsüber meine Nähe und begleitet mich von Zimmer zu Zimmer; natürlich in gebührendem Abstand. Dann gibt es wieder Tage, wo sie sich zurückzieht und lieber ganz alleine ist.

Mittwoch 19. März 2008

Bis jetzt hatte Flya ihren Schwanz vor allem gestäubt, wenn sie etwas „Gefährliches“ gesichtet hatte. Dies passierte ziemlich viel, da ja alles irgendwie gefährlich ist. Vor allem wenn die Türglocke geht, nimmt der Schwanz von Flya die doppelte Grösse an. Dies sieht ein wenig komisch aus, da sie selber nur ein Strich ist und der Schwanz dann fast gleich breit ist. Sei einigern Tagen streckt sie nun ihren Schwanz stolz in die Höhe, wenn sie einen ihrer Katzenkollegen sieht. Und seit Neuestem macht sie das auch, wenn sie mich sieht. Das fand ich ganz rührend und zeugt doch von einem gewissen Vertrauen. Mal schauen, ob wir Flya mal so bildlich festhalten können.

Sonntag 23. März 2008

Seit ein paar Tagen ist das Fell von Flya wieder richtig schön. Die ausgefallenen Haare sind nachgewachsen, und das Fell glänzt seidig. Aber immer wenn Flya Stress hat, beginnt sie, sich hektisch zu putzen. Ich hoffe, dass das mit der Zeit wieder weg geht.
Nun hat sie auch begonnen mehr zu fressen. Das ist sehr gut, denn sie braucht immer noch sehr viel Energie für den Stressabbau und ist noch immer sehr mager. Sie ist nun aber auch ein wenig gewachsen, auch wenn sie neben den anderen Katzen immer noch aussieht wie eine halbe Portion.

Samstag 29. März 2008

Mit den wöchentlichen Putzaktionen hat sich Flya nun recht gut arrangiert. Sofern man ihr eine Fluchtmöglichkeit lässt, ist es für sie kein Problem mehr. Sie verkriecht sich zwar schon noch, aber so bald das staubsaugende Ungeheuer verschwunden ist, kommt sie wieder hervor.

Der grösste Horror für Flya ist aber die Türklingel. Kaum schellt sie, sträubt sich ihr ganzes Fell und sie rast die Treppen hinunter in den Keller. Kommen dann auch noch fremde Personen, dauert es eine ganze Weile, bis sie sich wieder hervor getraut. Unklar ist, was sie mehr erschreckt, der Klang der Klingel, oder die fremden Menschen. Bei der Klingel werden wir so bald möglich einen anderen Ton programmieren. Das mit den Besuchern wird sich nicht ändern. Da muss Flya einfach merken, dass sie keine Gefahr darstellen. Das wird aber sicher noch eine Weile dauern!

Mittwoch 2. April 2008

Die letzten 10 Tage war ich viel zu Hause und habe viel Zeit mit Flya verbracht. Es war interessant zu sehen, wie sehr sich Flya meinem Verhalten anpasst. War ich ruhig und entspannt, war sie auch sehr gelassen und blieb stets in meiner Nähe. War ich aber hektisch, ging sie mir aus dem Weg und suchte die Gesellschaft der anderen Katzen. Mir ist aber auch aufgefallen, dass Flyas Tagesform sehr unterschiedlich ist. Wenn sie gut drauf ist, kann sie fast nichts erschüttern und dann gibt es wieder Tage, da bringt sie alles aus dem Konzept.

Schön zu sehen ist, dass Flya ein ganzes Stück gewachsen ist. Eine Riesenkatze wird sie nie werden, aber ich hoffe doch, dass sie, wenn sie genug in die Höhe geschossen ist, auch ein wenig in die Breite geht.
Die nächsten drei Tage werden wir weg sein und verschiedene Leute werden die Katzen versorgen. Ich bin sehr gespannt, wie Flya das verkraften wird.

Sonntag 6. April 2008

Flya hat sich in unserer Abwesenheit ganz tapfer gehalten. An einem Tag war sie nicht zu sehen. Sie hat sich wohl im Keller versteckt. Die anderen Tage ist sie dann nicht geflüchtet. Sie mochte einfach nicht angesehen werden oder noch schlimmer, dass jemand auf sie zu geht.

Als wir wieder nach Hause kamen, begrüsste sie uns mit hoch erhobenem Schwanz und tänzelte ganz aufgeregt hin und her. Das fand ich ganz süss. Unsere Freude war gross, dass scheinbar auch Flya Freude hatte, uns wieder zu sehen. Sie suchte dann auch gezielt unsere Nähe, und ich musste ganz viel mit ihr spielen, bis ihr spät am Abend während des Spielens die Augen zugefallen sind.

So macht Wiedersehen Freude. Nun wird alles wieder den gewohnten Gang gehen, aber wir sind doch ganz froh, dass Flya unsere Abwesenheit gut überstanden hat. Dies zeigt auch, dass sie ein gut entwickeltes Selbstbewusstsein hat und auch neue Situationen gut meistern kann.

Montag 14. April 2008

Spielen ist die grosse Leidenschaft von Flya. So kaufe ich natürlich auch immer neue und zum Teil recht fantasievolle Katzenspielzeuge. Dies in der Annahme, Flya findet die neuen Sachen genau so toll wie ich.

So brachte ich letzte Woche ein Stecklispielzeug mit einer langen Schnur mit, an dessen Ende ganz viele Wedel und ein Glöggeli angemacht waren. Voller Enthusiasmus zeigte ich Flya die Neuerwerbung. Von Freude war nichts zu sehen. Flya sträubte alle Haare zu Berge machte einen mega dicken Schwanz und Fauchte das kuriose Ding an! Die anderen Katzen waren ob dieser Reaktion sehr verwirrt, fanden sie das Spielzeug doch von Anfang an toll und jagten der Schnur wie wild nach.

Nach einer Woche hat Flya beschlossen, dass sie ja mal an dem komischen Ding schnuppern kann. Aber kaum bewegt man die Schnur ist fertig und Flya ergreift die Flucht. Tja, Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste!

Samstag 19. April 2008

Flya ist ziemlich genau 4 Monate bei uns. In diesen vier Monaten hat sie grosse Fortschritte gemacht, und wir haben sie in unser Herz geschlossen. Für die anderen Katzen war sie von Anfang an ein Familienmitglied.

Nun haben wir beschlossen, dass Flya definitiv bei uns bleiben darf. Warum dieser Entschluss? Wir haben uns viele Gedanken gemacht, was aus Flya mal werden könnte und ob sie uns mal verlassen wird. Dies war auch sehr belastend. Diese Belastung hat auch Flya gespürt. Da wir alles tun möchten, damit Flya sich optimal entwickeln kann, möchten wir ihr auch die dazu nötige Sicherheit geben.

Obwohl Flya schon eine Weile bei uns ist, und für sie nichts ändert, werden wir diese Entscheidung gebührend feiern und mit Flya auf ihre Zukunft anstossen.
Dies ist nun der letzte Eintrag im Tagebuch als Pflegestelle. Wir werden aber die Fortschritte von Flya auch weiterhin unter Katzengeschichten publizieren.

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