Tagebuch von Schnurrli

Schnurrli , Tigerkätzin - 1999

  • weiblich
  • zutraulich und lieb
  • getestet, geimpft, kastriert und gechipt
  • benötigt Auslauf ins Freie
  • Platzierung zusammen mit oder zu einer Zweitkatze
  • kann nach telefonischer Voranmeldung (079 778 16 43) besichtigt werden

14.06.2010 Schnurrli trifft bei Erika ein

Unsere Tigerdame Schnurrli hat eine sehr belebte und leider auch sehr traurige Zeit hinter sich. Aus diesem Grunde haben wir entschieden, dass Schnurrli nun mal an eine Pflegestelle darf, und dort ihre kleine Seele scih erholen kann.

Schnurrli lebte die letzten zehn Jahre zusammen mit ihrem Bruder Max und ihren beiden Menschen-Besitzern in einem grossen Haus mit Auslauf und genoss jeden einzelnen Tag. Das Leben war ja auch noch so perfekt. Immer ein gefüllter Napf, viel Liebe, ein Spaziergang draussen, wenn man das Gefühl hatte dass die Decke auf den Kopf fällt, und natürlich der Bruder Max, mit dem man rumtollen konnte. Leider hielt das Glück nur zehn Jahre. Ihr Besitzer wurde sehr schwer krank und verstarb schlussendlich. Beide Katzen litten sehr darunter.

Für die Besitzerin war natürlich der Tod Ihres Partners ein unheimlicher Verlust. Da – so grausam dies ja manchmal klingen mag – das Leben weitergehen musste, entschied sie sich, das Leben neu zu ordnen und einen Neustart im Ausland zu versuchen. Max und Schnurrli kamen so ins Tierheim, damit wir ihnen einen tollen neuen Platz vermitteln konnten.

Die beiden machten von Anfang an sehr viel Freude. Durch ihre unkomplizierte, soziale und liebe Art, haben wir sie sehr schnell ins Herz geschlossen. Leider fiel schon nach ein paar Tagen im Tierheim auf, dass mit Max etwas nicht stimmte und nach mehrmaligen Tierarztbesuchen, hatten wir die traurige Gewissheit. Max litt an einer unheilbaren Krankheit. Wir haben gemacht was wir konnten, mussten aber am Schluss im Sinne von Max entscheiden. Max ging also in den Himmel und zurück blieb Schnurrli.

Damit Schnurrli nun aus der Umgebung wegkommt, wo sie nun die letzte Zeit mit Max gelebt hat, aber nun auch eine "normale" Umgebung hat um ihre Trauer zu bewältigen, war klar, sie darf zu Erika. Dort wird sie ganz viel Liebe, Zuneigung und Aufmerksamkeit bekommen. Sie hat nun wieder einen Menschen nur für sich alleine. Schnurrli soll sich so in Ruhe erholen und wir werden ihr die Zeit geben, um mit den beiden Verlusten zurecht zu kommen.

15.06.2010

Schnurrli hat sich einige Male unter dem Bett hervorlocken lassen, und ich musste streicheln,streicheln... Sie hat dann mehr oder weniger an meiner "Fuessete" geschlafen. Um 02:00 Uhr hörte ich ein Miau,-stand auf, und sie war am Wohnzimmer erkunden...ich musste mich zu ihr setzen... so ist nun auch das Sofa und der 3-Sitzer "eingeweiht". Sie frass noch ein wenig und schlief wohl wieder bei mir ein. Sie weckte mich nicht... kein Haare zupfen etc., kam dann aber mit Freude, doch irgendwie immer noch ein wenig nervös, ins Wohnzimmer.

Der Hunger ist noch nicht so gross, aber das gibt sich. Heute Vormittag sass ich lange bei ihr und sie beruhigte sich immer mehr. Gegen Mittag frass wieder ein wenig und trank, so wird sich wohl alles einlenken.

Jetzt sitzt sie friedlich und ruhig auf dem 3-Sitzer und muss natürlich beobachten, was ich "so treibe". Übrigens, heute morgen gabs schon ein kleines Spiel zusammen...

21.06.2010

Schnurrli ist nun eine Woche bei mir. Sie ist viel ruhiger geworden, spielt auch (am liebsten mit einer Schnur), heute hat sie den "Fussball" entdeckt...(Kastanie...), aber wir sind wohl ein gutes Team, dennoch nicht reif für die WM...

Die ersten Tage wollte sie kaum fressen und hatte immer dünnen Kot, der oft neben der Kiste landet... auch jetzt noch. Seit Samstag frisst sie besser und ist auch "wiffer". Erst wollte sie immer neben und bei mir sein, jetzt "emanzipiziert" sie sich langsam. Sie wird irgendwie selbständiger. Wau, hat sie mich jetzt erschreckt.. .mit einem Sprung auf meinen Laptop. Ob sie wohl schauen wollte, was ich über sie schreibe? (Man sieht oder hört nicht alles
gern...).

Ich habe heute den Rahmen der Kiste entfernt und andere Streu gekauft, ob es wohl nützt? Trockenguetzi will sie überhaupt nicht, keine der angebotenen Sorten... Ich habe bis jetzt nicht bemerkt, ob dies vielleicht an den Zähnen liegt...

Im Ganzen aber hat sie sich doch gut eingelebt. Sie schaut öfters nach draussen. Wir waren schon auf dem Balkon, die Zwischenräume haben es ihr angetan... schauen wir weiter.
Dies für den Moment.

06.07.2010

Hier ist Schnurrli. Möchte Dir schreiben wies mir geht. Bin nun drei Wochen hier, und es geht mir gut. Habe mich an die "blöde" Kiste langsam gewöhnt... Am morgen und abend gibt es immer so schöne Kuschelstunden (manchmal auch dazwischen). Dann werde ich mit einer wunderbaren Bürste "gestriegelt" mh mh das tut gut, wie frisch "geduscht" fühle ich mich... dann kann man noch dreinbeissen...

Die lustige Maus mit Bändel am Kratzbaum ist mein Vergnügen... zum Fussballspielen ist es mir zu warm... Manchmal gehe ich wieder auf den Balkon aber nur ganz vorsichtig, strecke nur gerade meinen Kopf durch die Öffnungen, es ist mir sonst irgendwie zu gefährlich... der Rest bleibt mein Geheimnis...

Ich habe verschiedene Stühle und Plätze zum aussuchen, das ist toll. Dann gefällt mir das Spielen mit einer Schnur auch noch sehr gut. Manchmal ist meine" Pflegefrau" zwischen 1-3 Stunden weg, das gefällt mir nicht, bin dann so alleine... Ich bin immer ein wenig besorgt, ob sie wiederkommt... Aber sonst ist es schön und gut hier.

24.08.2010

Schnurrli hat sich in den zwei Monaten an der Pflegestelle so gut entwickelt, dass wir sie nun vermitteln konnten. Sie hatte die Zeit Kraft zu tanken und sich wieder zu finden. Dafür sind wir sehr froh.

Schnurrli hat nun ein super schönes Zuhause auf dem Land mit Auslauf, wo es viele Mäuse hat, und zwei Katzenfreunde im gleichen Alter. Schnurrli wird ganz viel Liebe bekommen, und wir freuen uns heute schon auf Neuigkeiten von der Katzen-Menschen-WG... ;-).

Neuigkeiten von Schnurrli (13.10.2010)

Ich, Schnurrli, melde mich zurück. Ich bin Ende August zu meinen neuen Menschen gezügelt. Da ich beschlossen habe, den Rest meines Katzendaseins hier zu verbringen, liess ich mir viel Zeit beim Eingewöhnen. Nun bin ich aber soweit und berichte gerne aus meiner WG.

Meine neuen Menschen und ich waren uns sofort sympathisch. Ich hatte die auch gleich im Griff. Muss nur ganz runde Augen machen und ich bekomme, was ich will. Klappt meistens. Sie haben sogar gemerkt, dass ich am liebsten mit Schnüren spiele.

Aber die beiden Kater, die in meinem Haus wohnen, waren mir von Anfang an suspekt. Der Rote, Fox nennen sie ihn, spielt den Chef. Ich darf auf gar keinen Fall vor ihm wegrennen. Das habe ich schnell kapiert. Ich glaube, er sieht und hört nicht mehr so gut. Ist ja auch älter als ich. Der andere, Purzel, scheint ganz nett zu sein. Er hat sogar ein wenig Angst vor mir. Beide waren eifersüchtig auf mich, das habe ich schon gespürt. So habe ich mich halt entschlossen, vorerst auf dem Estrich zu wohnen. Ich hatte dort viele Verstecke, ein grossen Bett und ein eigenes Kistli. Das hat mir die ersten vier Wochen gereicht. Alle meine WG-Partner haben mich besucht, und wenn ich etwas wollte, bin ich auf die Treppe gesessen und habe meine runden Augen gemacht.

Meine Menschen waren verzweifelt. Das habe ich gemerkt und alle paar Tage einen kleinen Fortschritt gezeigt. Ich will ja nicht, dass ich hier wieder weg muss! Nach soviel Tapferkeit habe ich mich jeweils auf dem Estrich erholen können.

In der fünften Woche habe ich mir ein Herz gefasst und bin einfach mal in die Stube spaziert. Habe mich auf der Sofalehne hingelegt und die bewundernden Ausrufe der Menschen genossen. Ich war die Heldin des Tages. Eigentlich gar nicht so übel, die anderen Räume meines Hauses. Viel mehr Licht und noch bessere Verstecke. Die Kater kreuze ich und schaue möglichst weg. Nur den Roten muss ich immer ein wenig beobachten, der ist mir nach wie vor unheimlich.

Nun war ich zum letzten Schritt bereit, ich wollte das Haus verlassen. Aber genau jetzt schleppten meine Menschen einen Hund ins Haus! Nicht mit mir, ich flüchtete... natürlich auf den Estrich. Gott sein Dank war das Vieh nur zu Besuch. Kaum war er weg, traute ich mich also zum ersten Mal in den Garten. Nur ganz kurz, wie gesagt, ich habe Zeit.

Nun bin ich seit sechs Wochen hier. Ich will ja nicht sagen, dass schon alles so ist, wie meine Menschen sich das vorstellen. Aber ich gebe mir Mühe und bin bereit, Neues zu lernen. Sie wollen, dass ich auf meinen Namen höre und dass sie mich hoch heben können. Wir werden sehen. Zuerst sollen sie mal den Schock überwinden, den ich ihnen mit meinen ausgiebigen Nachtspaziergängen in der Umgebung bereitet habe. Die Augen hätten Sie sehen sollen, runder als meine!

Erika und Katzenhilfe-Team, mir geht es gut hier. Bitte besucht mich mal, ich will euch alles zeigen. Euer Schnurrli, dankbar für eure Hilfe.

PS: Ich trage jetzt auch zur Versorgung bei. Letzte Nacht habe ich meine erste Maus auf die Treppe gelegt. Leider war niemand wach um sich zu bedanken.

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